#122 - Bedürfnisorientierung in der Kritik - eine Einodnung eines Begriffs

Shownotes

Immer wieder erscheinen Artikel in Spiegel, Süddeutscher und Co., die Bedürfnisorientierung als Erziehungstrend kritisieren – und mich nervt das ehrlich gesagt ganz schön. Weil die meisten davon weder von Expert:innen geschrieben werden noch verstehen, was Bedürfnisorientierung überhaupt ist.

Deshalb nehme ich mir in dieser Folge Zeit für eine geschichtliche und gesellschaftliche Einordnung: Wo kommt die Bedürfnisorientierung her? Warum wird sie gerade jetzt so hinterfragt? Und wie können wir als Fachkräfte eine klare Haltung dazu gewinnen – und sie auch behalten?

Ich erzähle, wie alles mit der Bindungstheorie nach dem Zweiten Weltkrieg begann, was Attachment Parenting, Gentle Parenting und Jean Liedloff damit zu tun haben – und warum ich selbst irgendwann entschieden habe, gemeinsam mit Katrin Hohmann eine eigene Definition für den professionellen Kontext zu entwickeln.

Außerdem stelle ich fünf Thesen auf, warum Bedürfnisorientierung gerade so unter Druck steht: von Generationenkonflikt über gesellschaftliche Projektionsfläche bis hin zum politischen Rechtsruck – und was das alles miteinander zu tun hat.

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00:00:00: Diesen Punkt finde ich jetzt ziemlich wichtig, weil es tatsächlich so ein bisschen dahin gekommen ist.

00:00:06: Dass Bedürfnisorientierung irgendwie alle leben wollen oder viele Eltern leben wollen aber das irgendwie nicht ganz klar ist was ist das denn jetzt?

00:00:16: Also da wurden einige Bücher geschrieben und so weiter Aber es gibt wenig an dem man sich festhalten kann wo man sagen kann ja das ist das jetzt eine Definition Das ist gemeint.

00:00:35: Ich beschäftige mich hier mit einer achtsamen, gewaltfreien und bedürfnisorientierten Begleitung von Kindern in der die Gefühle Bedürfnisse und Grenzen aller Beteiligten im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

00:00:54: Hallo und herzlich willkommen hier im Podcast, wo es um die Beziehungsqualität zwischen Fachkräften und Kindern geht in Krippe-Kita Kindertagespflege!

00:01:04: Und im Ganztag Und es handelt sich hier alles um bedürfnisorientierte Pädagogik.

00:01:10: Mein Name ist Lea Wedewad, ich bin Kindheitspädagogin, Fortbildnerin für pädagogische Fachkräfte und Evaluatoren für Beziehungsqualität in Kitas – und ich freue mich besonders, dass ihr zuhört!

00:01:24: Bevor's losgeht mag' ich euch an einen Workshop erinnern der im September stattfindet am elften September.

00:01:31: Da wird das um das Thema Veränderungsprozesse gehen Vermute ich sein, verantwortlich handeln, verletzen das Verhalten einordnen und ansprechen.

00:01:39: Diesen Workshop werde ich leiten am elften September.

00:01:42: Schaut doch gerne mal auf der Webseite der BO Akademie vorbei bo-pädagogik.de oder über den Link in den Shownotes.

00:01:54: Ja mich beschäftigt – ein Thema eine Weile schon!

00:01:57: Und ich habe überlegt, wie ich da rangehe an dieses Thema.

00:02:01: Nämlich es geht um die vielen Zeitungsartikel aus Zeitungen wie Spiegel, Süddeutsche Zeitung und so weiter in denen immer wieder die bedürfnisorientierte Pädagogik kritisiert wird beziehungsweise die Bedürfnisse orientierte Eltern schafft.

00:02:18: Da gibt's für mich doch einen Unterschied Und ich habe überlegt, wie ich da eine gute Einordnung schaffe um zu erklären, wie es dahin gekommen ist bzw.

00:02:32: wie wir das auch einordnen können.

00:02:35: und im Zuge dessen habe ich mir überlegt dass ich hier in dieser Folge einmal einen geschichtlichen und gesellschaftliche Einordnung vornehmen möchte zur bedürfnisorientierten Pädagogik Wie wir dahingekommen sind Und was es da so für Vorgänger gab, beziehungsweise wieder der Werdegang war und wie das auch gesellschaftlich zu verstehen ist.

00:02:58: Um dann am Ende vielleicht eine Sicherheit zu gewinnen darüber dass eben einige Zeitungsartikel erscheinen die uns vielleicht verunsichern können.

00:03:09: Dann ist das vielleicht besser zu verstehen und da eine klare Haltung zu gewennen.

00:03:13: Ja wo kommt die Bedürfnisorientierung eigentlich her?

00:03:18: Was hat es mit diesen ganzen Begriffen auf sich?

00:03:21: Bindungsorientiert, Bedürfnis orientiert.

00:03:24: Beziehungsstark oder was da alles an Begriff umher warbern und es geht auf jeden Fall alles zurück ursprünglich auf die Bindungstheorie.

00:03:36: Die Bindungstheorie ist ja eine Theorie gewesen, die durch John Bowlby entwickelt wurde.

00:03:42: Und ich mag mal kurz erklären, wann diese Bindungsteorie entstanden ist und warum das gesellschaftlich so interessant ist?

00:03:50: Die Bündungsteorie, die entstand in den Fünfzigerjahren... Also es gab ja so ne vierteilige Reihe von John Bowlbie, in der er die Bündungstheorie erklärt und die sind in den Sechzigern entstanden.

00:04:02: und das kommt nicht von ungefähr diese Zeit, denn das war nach dem Zweiten Weltkrieg.

00:04:07: Und der Zweite Weltkrig, der war eben geprägt vom Gehorsam, von Militarismus, von Disziplin, von Autoritarismus – von Härte!

00:04:20: Da wird nicht zuletzt immer wieder dieser Ratgeber von Johanna Haare herangezogen, in dem wirklich davon gesprochen wurde, dass Kinder eben nicht verhetschelt werden dürfen und eigentlich zu militärfähigen Menschen heranwachsen müssen.

00:04:36: Das heißt Gehorchen kann nicht so viel Gefühl usw.

00:04:40: Das heisst autoritäres Gedankengut war präsent und war verbreitet.

00:04:46: Nach dem Krieg ... entstand eben so eine, ja vielleicht so ein Gedanke von das wollen wir anders.

00:04:53: Wir wollen keine autoritäre Erziehung, sondern mehr Zugewandtheit, mehr Sanftheit.

00:05:01: und diese Idee von ... Also die plötzlich eine ganz andere Idee wie Kinder sind, wie wir Kinder sehen und was ihre Bedürfnisse sind, was sie brauchen um gesund zu wachsen schaffte eben Bolwium in dieser Bindungstheorie.

00:05:17: Das vorherrschende Gedankengut war davor, naja wir erziehen eben Kinder mit Belohnung und Bestrafungen.

00:05:25: Und dann machen sie schon was wir

00:05:26: wollen.".

00:05:28: John Bolby beschrieb eine Kehrtwende in der Betrachtung von Menschen und Kindern.

00:05:35: in der eben gezeigt wurde, nein, sie brauchen diese Zuwendung damit ihre Bedürfnisse erfüllt werden.

00:05:43: Damit es ihnen dann gut geht und sich sicher in der Welt fühlen und auch zu gesunden Menschen heranwachsen können.

00:05:51: Das bedeutet die Bindungstheorie zeigte welcher Zeitgeister entstand bzw.

00:05:57: von was sich abgegrenzt werden wollte.

00:06:00: Und diese Idee von ... Autoritärem Gedankengut ist ja bis heute auch noch teilweise zu sehen, also zu bemerken in der Gesellschaft.

00:06:10: Und die Idee der Bindungstheorie steht dem immer wieder so entgegen – diese Idee von Weichheit und Zugewandtheit.

00:06:19: Auf dieser Grundlage von der Bindungstheori entstanden nun verschiedenste Bewegungen zum Beispiel das Attachment Parenting.

00:06:28: Attachment parenting fußt auf der Binnungsthorie Begründet durch William Sears, das war ein amerikanischer Arzt.

00:06:37: Und er beschrieb die sieben Babybees, die zuerst fünf Babybeas waren.

00:06:43: Bonding, breastfeeding, baby wearing a bedding close to baby.

00:06:48: Belief in the language value of your babies cry.

00:06:53: Beware of baby trainers balance and boundaries.

00:06:58: Also das heißt es geht darum Körpernähe, es geht darum zu stillen.

00:07:02: Es geht darum zutragen und um Familienbett.

00:07:07: Nas zusammenschlafen.

00:07:09: Daran zu glauben das was das Kind zeigt die Signale dass wir die ernst nehmen müssen.

00:07:15: Dass wir daran glauben dass das Schreien des Kindes zum Beispiel uns etwas sagen will und dass wir das beantworten müssen Beware of baby trainers.

00:07:23: Also keine Schlaftraining, kein Funktionieren, dass wir da wegkommen und später wurde das eben durch Balance and Boundaries ergänzt weil dann die Befürchtung bestand, dass sozusagen die Eltern ausrennen wenn sie da eben so präsent sind Und dass es eben immer eine Balance geben muss und auch Grenzen, dass auch die Eltern ihre Grenzen achten.

00:07:47: Das heißt, das war so eins der ersten Konzepte, die da entwickelt wurden um für Eltern diese Bindungstheorie anwendungsfähig zu machen.

00:07:55: Und was vielleicht interessant ist, es finde ich hier wichtig zu benennen dass da das Attachment Parenting also William Sears ein fundamentalistisch evangelikaler Christ war Und das ist wirklich kritisch zu sehen, dass quasi dieses Attachment Parenting und auch die Bindungstheorie von John Bolby ... Das war einfach eine Zeit.

00:08:16: Da wurde quasi die Sicherheit der Bindung nur auf Mütter festgelegt.

00:08:21: Also die Mutter-Kind-Bindung.

00:08:25: Nur die Mutter, die das alles machen kann, tragen und stillen und so.

00:08:29: D.h.,

00:08:29: der Mutter wurde da eine ganz wichtige Rolle zugeschrieben.

00:08:33: Und das ist natürlich auch ein Manifestieren von Patriarchat gewesen.

00:08:38: Also, da gab es ja gar keine Vorstellung dafür, dass sozusagen auch Väter das machen können.

00:08:44: und dieses fundamentalistisch-christliche bedeutet ja auch klassische Rollenbilder zu forcieren.

00:08:50: Deswegen sage ich da auch Achtung, Achtungen!

00:08:54: Das ist wirklich ... Wenn das falsch verstanden wird dann bedeutet das eben die Kerarbeit komplett wieder auf der Frau liegt.

00:09:04: Und das hat eben John Bolby und auch Williams, die es so formuliert ... Wenn wir dann weitergehen später?

00:09:11: Die Bindungstheorie ist ja nur die Grundlage.

00:09:12: Dann geht's in die Bindungsforschung, die ja bis heute eher wichtig ist.

00:09:18: neben der Binnungstheorie, dass eben klar ist, auch andere Personen können sichere Bindungen aufbauen, auch Väter, auch soziale Familien.

00:09:30: Das ist nicht nur auf die Mutter zuzuschreiben oder im Familienbett schlafen.

00:09:35: Oder das Baby tragen, das können ja auch andere machen.

00:09:38: Das muss nicht nur die Mutter machen, das ist wichtig hierzu benennen?

00:09:42: Genau.

00:09:42: dann kam noch das Gentle Parenting.

00:09:44: da ging es wirklich auch nochmal um dieses Thema wie können wir Verletzungen vermeiden ohne Schimpfen, ohne Strafen und das ist natürlich alles auf Familie bezogen und die frühe Babyzeit.

00:09:54: Was dann da auch so ein bisschen reinkam, war dieser Begriff der Natürlichkeit.

00:09:59: Also was ist natürlich?

00:10:01: Damit wurde auch Bedürfnisorientierung lange assoziiert.

00:10:05: Dieses Naja stillen ist natürlich, tragen das natürlich.

00:10:09: und da kennen vielleicht auch manche noch dieses Buch von Jean-Liedloff.

00:10:14: Das war eine Amerikanerin die bei den Schikwaner, ich weiß nicht genau wie man es ausspricht Indianern dort in dieser Sippe war dort eben festgestellt hat, dass die dort auch alle Kinder tragen.

00:10:28: sofort auf die Signale der Kinder eingehen, dass sie da nicht kinderschreien lassen oder so was.

00:10:33: Man hat dann ein Buch geschrieben, das sich wahnsinnig viel verkauft bis heute, wo dieses Thema Natürlichkeit aufkam von Na ja, die Kinder zeigen doch und wir müssen nur drauf eingehen usw.

00:10:45: Und es ist so ein bisschen liestig wie so eine Roman, das natürlich überhaupt nicht fundiert oder wissenschaftlich sind rein subjektive, anecdotische ... Darstellung.

00:10:54: trotzdem hat das irgendwie mit sehr vielen Menschen resoniert, die das lange so gefühlt haben.

00:10:59: Aber irgendwie diese autoritäre Denkweise einfach noch in vielen drin war, dass sie das irgendwie wie eine Legitimierung verstanden haben von wenn das ja natürlich ist dann kann es nur richtig sein.

00:11:10: Das ist natürlich auch eine romantisierte Darstellung in diesem Buch.

00:11:14: Das muss man auch sagen und das wird teilweise bis heute noch assoziiert mit Bedürfnisorientierung, dass es so was Natürliches sei.

00:11:24: Also zum Beispiel auch Nikola Schmidt mit Artgerecht also Artgerech, was eben das Typische wäre von uns Menschen.

00:11:32: Das ist natürlich alles total subjektiv und das ist auch interessant mit diesem Natürlichkeitsgedanken, weil da kommen wir später noch mal zu.

00:11:40: Weil das ein ziemlich guter Anknüpfungspunkt ist... für rechtes Gedankengut auch.

00:11:47: Also so dieses, was ist die Natur des Menschen?

00:11:51: Was ist die natürliche Auslese vielleicht auch?

00:11:54: Da gibt es ganz komische Anknüpfungspunkte, die da möglich sind, Evolution und so weiter.

00:11:58: Wer setzt sich durch der Stärkere, dann sind wir schnell bei Machtverhältnissen.

00:12:03: Das heißt das bietet natürlich Anknüpfungspunkte für Esoterik tatsächlich, aber auch für Rechtes Gedanngut.

00:12:10: Dieses, was natürlich sei und was der Natur ... nahe kommt.

00:12:15: und da Erklärungsmöglichkeiten hat auch Renz-Polster formuliert.

00:12:19: Wenn wir jetzt in die neuere Zeit, also mehr in die heutige Zeit kommen, dann sind da eben bekannte Vertreter Renzpolster der da auch Born to Be Wild zum Beispiel geschrieben hat.

00:12:28: Also diese Natürlichkeitsthemen.

00:12:30: Dann natürlich Susanne Mierau ist eine Vertreternin der Bedürfnisorientierung in der Elthandschaft Noura Imlau aber auch Family Lab Jesperjul, da geht's ja viel um Grenzen.

00:12:41: Also so gab es da einige Vertreterinnen, die das sozusagen in verschiedenen Ratgebern beschrieben haben wie Bedürfnisorientierung eben in der Familie möglich ist.

00:12:53: Und da kommt jetzt mein ganz persönliches Thema zum Tragen, dass ich eben nachdem mich Kindheitspädagogik studiert hatte und auch meinen Master gemacht hat habe ich eben Kinder bekommen – zwei Kinder!

00:13:08: Und ich hab die Bücher dann in die Hände bekommen von Nora Imlau, von Susanne Mirau.

00:13:14: Von gewünschtes Wunschkind zum Beispiel aller Zeiten und habe mich damit sehr identifizieren können und hatte dieses Gefühl von Boah!

00:13:24: Genauso möchte ich das machen.

00:13:26: Das fühlt sich gut an.

00:13:28: Also das bestätigt wie ich sein möchte als Mutter.

00:13:31: Und das heißt diese Idee von Attachment Parenting oder die Bindungstheorie wurde eben anschaulich beschrieben, wie wir mit Kindern umgehen können.

00:13:41: Und dann kam es dazu das ich als Kindheitspädagogin wieder ins Arbeitsfeld einsteigen wollte und meine Kinder natürlich auch in die außerfamiliäre Betreuung kamen.

00:13:55: Da muss ich sagen da war ich teilweise sehr entsetzt und hatte das Gefühl dass sozusagen diese zugewandte Liebevolle Umgang mit den Kindern, eben Gentle Parenting ohne Strafen und Schimpfen usw.

00:14:09: Diese Idee, welche Werte mir wichtig sind, dass ich die im Kita-Kontext nicht vorfand.

00:14:16: Und auch wenn ich in den pädagogischen Einrichtungen war als Evaluatorin so, dass das dort nicht sehen konnte... Und auch immer wieder dachte so Mann, also wieso hab ich sowas nicht im Studium gehabt in der Kindheitspädagogik.

00:14:31: Das war mir irgendwie ein Rätsel.

00:14:33: und dann habe ich Katrin Hohmann kennengelernt.

00:14:38: Wir haben uns ganz viel ausgetauscht und ihr ging es eben ähnlich.

00:14:41: Sie ist auch Kindheitspedagogin und sie hat das Gefühl gehabt ... Für die Kinder als Anschluss gab es da wenig in den Einrichtungen.

00:14:51: Und dann haben wir uns eben auf dem Weg gemacht, Kathrin und ich ... und wollten quasi diese Bedürfnisorientierung oder auch Bindungsorientierung, wie's manchen nennt, ne?

00:15:02: Also weil jetzt eben die Bindungstheorie ist, auf der das letztlich alles fußt, wollten wir quasi anschlussfähig machen für pädagogische Einrichtung pädagogische Idee für die professionelle Praxis zugänglich zu machen, braucht es eben ein klares Konzept bzw.

00:15:21: ja auch eine Fundierung also welche.

00:15:25: auf was fußt das alles?

00:15:27: Weil wir können natürlich nicht sagen wie zitieren Nora Imlau oder so Sanimierer weil das natürlich alles Ratgeber sind.

00:15:36: und so haben wir angefangen einen Konzept zu entwickeln dass für uns sozusagen Bedürfnisorientierung für die pädagogische Praxis darstellt und haben das begonnen zu definieren, zu operationalisieren.

00:15:49: Also das bedeutet dass was wir definiert haben nochmal in Kleinteile unterteilen zu fundieren.

00:15:56: Also was ist da quasi die theoretische Grundlage davon?

00:16:00: Und da sind wir jetzt an einem Punkt angelangt, wo wir das über viele Fachartikel und zwei Bücher Kinderachtamten bedürfnisorientiert begleiten und Bedürfnisse orientierte pädagogik vom Klettverlag das gut ausformuliert haben, was für uns bedürfenes orientierte Pädagogick ist.

00:16:21: Diesen Punkt finde ich jetzt ziemlich wichtig weil es tatsächlich so ein bisschen dahin gekommen ist dass Bedürfnisorientierung irgendwie so alle leben wollen oder viele Eltern leben wollen, aber das ist nicht ganz klar.

00:16:36: Was ist das jetzt?

00:16:38: Da wurden einige Bücher geschrieben und so weiter ... an dem man sich so festhalten kann, wo man sagen kann, das ist eine Definition.

00:16:47: Das ist gemeint und das geht mir ähnlich muss ich sagen.

00:16:51: also wenn jetzt jemand sagt ja er arbeitet bedürfnisorientiert oder er begleitet die Kinder zu Hause bedürfenes orientiert dann weiß ich ehrlich gesagt immer noch nicht was das genau heißt.

00:17:03: Also nach wem Bedürfnisse orientiert?

00:17:05: Nach Ora Imlau, Nikola Schmidt also nach Artgerecht, nach Family Lab, nach Was?

00:17:11: schwer zu greifen und schon auch eine Frage von, wie versteht das jemand?

00:17:17: Es ist irgendwie so ne breite Auslegungsmöglichkeit da.

00:17:21: Und was eben in den letzten zehn, zwanzig Jahren passiert ist, dass das wie so eine Art Bewegung war die sich ja auch stark in den sozialen Medien verbreitet hat.

00:17:30: Das es so eine Bewegung war, die genau das, was die Bindungstheorie auch ursprünglich wollte nämlich einen Umdenken, eine andere Sichtweise ein anderes Draufschauen Alternative zu Strafen, Belohnungen und Manipulationen.

00:17:45: Und das wie so eine Art Bewegung zu verstehen war, finde ich die super wichtig war.

00:17:50: Die super wichtig ist, weil sich dort Menschen auch versammeln konnten, die es anders machen wollen.

00:17:55: Trotzdem entsteht jetzt heute so ein Gefühl von was ist es genau?

00:18:00: Und irgendwie macht das ja auch unsicher.

00:18:02: Was meinen die Personen genau?

00:18:05: Daher ist es mir ... Ziemlich wichtig zu sagen, bedürfnisorientierte Elternschaft ist was anderes als bedürfenes orientierte Pädagogik.

00:18:14: Weil Bedürfnesorientierte Pädagogik hat natürlich nichts mit Attachment Parenting zu tun.

00:18:19: Also diesem Ursprung von bedürftensorientierter Elternschaft.

00:18:23: Das hat nichts mit Stillen und die ganze Zeit Tragen und Familienbett zu tun sehr klar!

00:18:29: Sondern da geht es um was anderes?

00:18:31: Was aber sozusagen den Kern des Ursprungs

00:18:34: mitbedenkt?!

00:18:36: Aber wir haben versucht, das quasi mit unserem Kindheitspädagogikstudium zu verknüpfen.

00:18:41: Weil letztlich ist das was wir jetzt am Ende definiert haben... ...ist ja nicht irgendwie etwas Neues oder so.

00:18:49: Das ist ja nicht... irgendwie was wir jetzt neu erfunden haben oder sowas, sondern es ist ein Versuch eine Bewegung oder eine Idee von.

00:18:59: Wir wollen Verletzungen vermeiden.

00:19:01: Wir wollen Kinder als echte Menschen sehen.

00:19:04: Wir Wollen Adultismus reduzieren und Inklusion fördern.

00:19:08: all diese Themen die ja sozusagen schon längst jahrelang in der Kindheitspädagoik diskutiert werden und ja auch erforscht werden Die können da supergut mit reingeholt werden.

00:19:20: Und daher ist die Bedürfnisse und der Pädagogik einfach auch super gut begründbar, weil man eben mit allem was eigentlich in der Kindheitspädagogic so aktuell ist, begründbar ist.

00:19:34: Und also mit den Kinderrechten!

00:19:36: Mit Resilienz... Der Bindungstheorie eben.

00:19:39: Dann können wir uns natürlich Bedürfnistheorien anschauen.

00:19:42: Welche Bedürftesteorien gibt es?

00:19:44: Das Thema Emotionen, Gefühle... Was wissen wir darüber über Emotionsregulationen und Neurowissenschaften?

00:19:51: Was wissen da eigentlich alles?

00:19:52: Und das ist so viel!

00:19:55: Da war uns wichtig, dass jetzt in einer Form zusammenzufassen, weil wie immer das Gefühl hatten, dass so viel Wissen da ist dass es aber nun die Übersetzung oft so schwierig ist, sodass es in der Praxis gut umgesetzt werden kann und angewandt werden kann.

00:20:11: Und genau das ist einfach wichtig an dem Punkt, dass wir sagen ja Wir haben eine Pädagoik formuliert, die wir bedürfnisorientierte Pädagogik nennen weil er sozusagen für uns schon In der Tradition der Begründerinnen der Bedürfnisse orientierten Eltern schafft sozusagen ein Fortlaufen ist professionellen Kontext, also diese Anschlussfähigkeit beschreiben sollte.

00:20:35: Und gleichzeitig aber die Verknüpfung mit dem was einfach sowieso da ist in der Kindheitspädagogik und sowieso in der Entwicklung Psychologie und was man da alles eh schon weiß und das damit zu verknüpfen und zu begründen und damit am Ende dann auch zu definieren.

00:20:52: Für alle die die Definition nicht kennen mag ich sie einmal beschreiben, also benennen BOP, wir kürzen ja bedürfnisorientierte Pädagogik mit BOP ab.

00:21:02: BOP bedeutet das alle Beteiligten also da geht es um die Kinder, die Fachkräfte und die Eltern oder die begleitende Familie mit ihren Gefühlen Bedürfnissen und Grenzen gesehen und respektiert werden.

00:21:18: Also wir schreiben nicht dass die Bedürfenste und Gefühle und Grenze garantiert werden sondern dass sie gesehen und respectiert werden.

00:21:25: Im gleichwürdigen Aushandlungsprozess werden Bedürfnisse einander gegenübergestellt, abgewogen und den Gefühlen wird Raum geschenkt.

00:21:34: Wichtig ist der achtsame Kontakt mit sich selbst und dem anderen – also ich als Fachkraft bin auch gut im Kontakt mit mir, mit meinen Gefühlebedürfnissen und Grenzen – und mit den anderen, also mit dem Kind, mit den Eltern, mit meiner Kollegin, meinem Kollegen.

00:21:49: Also im Grunde alle Beziehungen, die ich

00:21:52: eingehe.".

00:21:53: Der Fokus richtet sich weniger auf die Lösungsfindung als vielmehr auf die Beschreibung des Seins im Jetzt.

00:22:00: Das ist aus dem Buch Bedürfnis orientierte Pädagogik auf Seite acht, genau.

00:22:04: es geht weniger darum immer eine Lösung zu haben für jede Situation sondern eher zu beschreiben was gerade da ist, die Gefühle der Bedürfenste und die Grenzen.

00:22:13: das ist die Definition die wir jetzt eben beschrieben haben und da kommt eben nichts drin vor mit den Sieben Babybees oder sonstiges.

00:22:23: Das ist dann doch noch mal was anderes am

00:22:27: Ende.".

00:22:28: So, das war jetzt sozusagen ein kleiner Abriss der Geschichte und der Bedürfnisorientierung beziehungsweise Bindungsorientierung weil die Grundlage am Anfang eigentlich die Bindungstheorie war.

00:22:40: Und dies natürlich auch eine Grundlage unseres Buches unserer Definition.

00:22:45: aber wir haben auch viele weitere Grundlagen genutzt zum Beispiel eben andere Bedürfnistheorien und wie zum Beispiel von Klaus Grabe.

00:22:54: Und dort werden eben viele andere Bedörfnisse beschrieben, als auch nur das Bedürfeness nach Bindung und Autonomie, wie es in der Bindungstheorie ist.

00:23:03: Sondern dass ja

00:23:04: z.B.,

00:23:05: des Bedürfs nach Selbstwerterhaltung, wo's um Würde geht, nach dem Thema Wertschätzung usw.

00:23:12: Dann auch das Thema der Orientierung der Integrität, dass wir eben auch Führung brauchen.

00:23:18: Dass wir auch unsere Grenzen waren wollen und so weiter.

00:23:22: Also das heißt mit anderen Bedürfnestheorien werden wir da differenzierter als nur mit der Bindungstheorie.

00:23:28: daher heißt es auch zu Recht bedürfnisorientierte pädagoik weiterhin noch nicht bindungsorientierte Pädagogik auf der Grundlage.

00:23:39: mag ich jetzt einmal nochmal dahingehend, dass wir sagen ... Hey!

00:23:43: Die Bedürfnisorientierung wird angegriffen durch verschiedene Zeitungsartikel.

00:23:50: Zum Beispiel auch ehrlicherweise gar nicht erst heute vielleicht jetzt ein bisschen vermehrt aktuell aber das gab's schon immer kleine Tyrannen großgezogen.

00:24:00: Experten waren vor Erziehungstrend zum Beispiel.

00:24:04: oder erst kürzlich gab es einen Artikel da steigt mir der Blutdruck bedürfenesorientierte Erziehungen.

00:24:09: und da berichtet ein pensionierter Lehrer über Erziehung, und der beschreibt eben ... Der ist mit Erziehungen seiner älteren Tochter nicht einverstanden.

00:24:17: Die Bedürfnis orientiert ihre Kinder begleiten möchte.

00:24:20: Da gerät er immer wieder aneinander.

00:24:22: Und ich konnte und wollte mich den Kindern gegenüber nicht so verhalten wie ihre Mutter, schreibt er dann.

00:24:28: Und der Opa macht nicht alle Mädchen mit.

00:24:31: Nur einmal habe ich mit meinem Schwiegersohn über Erziehen gesprochen nachdem meine Enkelin einen Topsuchsanfall hatte.

00:24:38: Später hab ich gedacht, dass das keine gute Idee war.

00:24:41: Seitdem sage ich nichts mehr, verdrehe höchstens mal die Augen.

00:24:45: Das sind so Beispielartikel und da findet man ja vielmehr noch genau.

00:24:50: Und da wollte ich jetzt vor dem Hintergrund dieser Geschichte auch der Bedürfnisorientierung drauf eingehen und ein paar Thesen aufstellen, warum sozusagen jetzt die Bedürfsorientierung in der Kritik steht?

00:25:05: Das Erste ist das was hier gerade deutlich wurde.

00:25:08: es handelt sich eben um ein Generationenkonflikt.

00:25:12: Also Bedürfnisorientierung sagt ja eigentlich, wir wollen es anders machen als früher und das kann natürlich bei Personen wie zum Beispiel jetzt hier diesem Großvater Unsicherheit auslösen.

00:25:23: Es kann Charme auslösend abwehren usw.

00:25:25: Das heißt, eigentlich ist Bedürfsorientierung ein Stichwort oder eine Projektionsfläche für einen Generationenkonflikt der eigentlich besteht?

00:25:35: Und das ist auch so.

00:25:36: der erste Punkt den ich gerne ... Ansprechen möchte, wenn es um solche Artikel geht.

00:25:41: Schaut einfach mal wer diese Artikel schreibt und das sind wirklich selten Expertinnen.

00:25:47: Das sind ja ein Opa, einen Vater eine Mutter also die vielleicht gar keine pädagogische Ausbildung haben oder so.

00:25:56: Also die das einfach halt wie ne Kolumne schreiben wollen Genau, also da schaut immer gerne wer das schreibt.

00:26:05: Und gleichzeitig können wir dafür ja auch Einfühlungen haben, ne?

00:26:08: Das ist nicht leicht, wenn ich da als Opa vielleicht konfrontiert bin, dass sich selbst falsch gemacht hab oder meine Tochter das vielleicht nicht gut findet, wie ich das vielleicht gemacht habe.

00:26:21: Da sind ganz viele Themen

00:26:23: z.B.,

00:26:24: wo es dann schnell um den Selbstwert geht und damit verknüpft.

00:26:28: Dann die zweite These lautet ... der Begriff Stressmenschen, weil wir natürlich in einer Situation sind.

00:26:37: In einer Phase wo viel Stress sowieso schon da ist und wenn jetzt dieser Begriff der Bedürfnisorientierung kommt dann kann das passieren dass manche Menschen aber vor allem Fachkräfte also das erlebe ich oft viele Fachkräftes sich sehr schnell sehr gestresst fühlen durch den Begriff Weil diese Begriff Assoziation auslöst die unter Druck setzen.

00:27:00: Zum Beispiel, dass sie sofort denken, Sie müssen alle Wünsche erfüllen!

00:27:03: Sie müssen jetzt jedem Kind alle Wunsch von den Lippen ablesen und das was sie eh schon alles leisten dann jedem Kind die ganze Zeit hinterher sein und alles ihnen von den Augen ablese und also noch mehr leisten.

00:27:16: Und sie sind ja eh schon am Limit.

00:27:19: Das macht natürlich total Stress wenn ich das denke.

00:27:22: Und da gehen natürlich auch viele Mythen einfach mit einher.

00:27:25: Dass das oft nicht ganz klar ist, was ist denn damit gemeint?

00:27:29: Mit Bedürfnisorientierung.

00:27:30: Aber es löst direkt Bilder aus und Direkt-Assoziationen.

00:27:34: Die dritte These lautet Bedürfsorientierung.

00:27:37: die möchte natürlich die Auseinandersetzung mit sich selbst fördern also in die Reflexion gehen – mit der eigenen Biografie, mit den eigenen Gefühlen, mit dem eigenen Prägung dass man dahinschaut.

00:27:50: Und das macht natürlich vielen Menschen Angst.

00:27:54: Das wehren sie dann lieber ab und möchten lieber nichts damit zu tun haben, kommen wir nicht mit dem ... Es hat mir doch auch nicht geschadet usw.

00:28:04: Dann sind ganz viele Abwehrstrategien da, weil das einfach Angst machen kann, sich da so mit sich auseinander setzen zu müssen.

00:28:11: Viertens eine These lautet es könnte auch eine Projektionsfläche für gesellschaftliche Krisen sein also ein bisschen Als wäre so das Thema dieser Begriff der Bedürfnisorientierung wie eine Projektionsfläche, wie ein Sündenbock für alles.

00:28:26: An einer Bedürfsorientierung liegt jetzt alles!

00:28:28: Weil die Kinder sind jetzt schlimmer, die sind herausfordernder.

00:28:32: Die Kitas sind überlastet und die Unsicherheiten in der Schule, die Kinder hören nicht mehr usw.

00:28:37: Und all das wird schnell auf die Bedürfnisorientierung projiziert.

00:28:41: Das ist halt der Ursprung oder der Sündenbock dafür.

00:28:45: Bei der Komplexität unserer Welt brauchen wir einfache Antworten.

00:28:48: Wenn ich einfach sagen kann ja, dass es die Bedüffnungsorientierung Dann habe ich dafür eine Antwort und dann ist es auch gut.

00:28:53: Aber unsere Welt ist einfach viel komplexer, ne?

00:28:56: Und dabei werden einfach so viele Faktoren vielleicht ausgeblendet die Krisen, die wir haben, die Angst in der Gesellschaft, die man spürt.

00:29:03: Ja politische Unsicherheiten, fehlende Ressourcen ja vielleicht ja auch möglicherweise das Kinder zu wenig Bewegung haben, möglicherweise Medienkonsum oder was auch immer Das kann ich jetzt auch selber gar nicht sagen, aber es ist einfach eine multifaktorielle Gründe, die dafür sprechen und die dahinterstehen können.

00:29:24: Und nicht einfach eine Art Kinder zu begleiten.

00:29:28: Also ein Erziehungsstil der ja sowieso ... Bedürfnisorientierung ist kompatibel mit dem gut erforschten Erziehungstil.

00:29:36: Der Gesündeste ist nämlich der autoritative Erziehungenstil, nicht der Autoritäre.

00:29:42: Erziehungsstil und auch nicht der laissephäre, sondern der autoritative Erziehungstil demokratisch.

00:29:48: Der demokratische Erziehungenstil.

00:29:50: Und daher kann das gar nicht der alleinige Grund sein aber es bildet eben eine Projektionsfläche.

00:29:57: Was auch ein Grund sein kann, ist dass wir gesellschaftlich gerade einen Rechtsruck erleben.

00:30:04: Und der Rechtsruck ist ja politisch zu sehen und mit dem Rechtsruck drängt auch ... Das spürt man sehr stark den Autoritarismus wieder nach vorne.

00:30:15: Ich weiß nicht, ob er die Folge gehört hat mit Herbert Renz-Polster zum Zusammenhang zwischen dem autoritären Erziehen und rechtem Gedankengut?

00:30:24: Also da wo ... Dränge in der Gesellschaft herrscht Autoritarismus, dort sind auch autoritäre Erziehungsstile vorherrschend.

00:30:32: Das ist ganz interessant!

00:30:33: Ich verlinke dazu noch mal die Podcast-Folge mit Herbert Renz-Polster.

00:30:37: und das sieht man jetzt aktuell auch.

00:30:40: Man sieht aktuell dass sozusagen patriarchales Denken, machtvolles Denken indem privilegierte Gruppen ihre Macht behalten wollen autoritäres Denken voranschreitet, auch eben im politischen Sinne durch AfD und Co.

00:30:59: Auch die Idee wieder in den Vordergrund rückt das Kinder erzogen werden müssten, dass es um Disziplin geht.

00:31:06: Das sieht man in allen möglichen Ideen von politischen Entscheidungen, dass Kinder funktionieren müssen.

00:31:12: Dass es nicht geht, dass sie da nur spielen und so.

00:31:15: Also, das sieht man eben da auch.

00:31:17: Und das hat einen Grund, denn Bedürfnisorientierung ... steht ja letztlich für Kinderrechte, für Partizipationen.

00:31:26: Für Vielfalt, für Gewaltfreiheit also eigentlich alles was autoritäres Denken hinterfragt und dass Diskriminierung hinterfragt wird.

00:31:36: Adultismus zum Beispiel oder Rassismus oder was auch immer.

00:31:40: Und autoritäre gesellschaftliche Entwicklung die sehen genau darin eben eine Gefahr.

00:31:44: Da spann ich jetzt den Bogen eben ... Zum Anfang, wenn wir das geschichtlich uns anschauen im Zweiten Weltkrieg, da war harte Erziehung gang und gäbe.

00:31:57: Wenn eben autoritäres Denken zunimmt, dann nimmt auch die Härte in der Erziehungen zu.

00:32:04: Und dann ist es sozusagen anschlussfähig für das Konzept.

00:32:09: Also so Härte- und autoritäre Erziehungsteil des Autoritarismus, drängen scheint.

00:32:18: Ja, und daher muss ich sagen das ist leider gerade so dass die Bedürfnisorientierung in der Kritik steht.

00:32:27: Ich finde es aber auch ein bisschen logisch und klar Leider weil wir gesellschaftlich diesen Rechtsruck wahrnehmen Und wenn wir adultismus aufbrechen und hinterfragen Das macht einfach vielen angst und besonders wenn man eben diese autoritäre Denkweise hat.

00:32:44: Und daher möchte ich jetzt sozusagen am Ende dieser Folge Mut machen und möchte sagen, es macht irgendwie Sinn dass jetzt so diese Begriff der Bedürfnisorientierung so hinterfragt wird und so auf dem Prüfstand steht vor diesem ganzen Hintergrund.

00:33:04: und daher möchte Lasst euch nicht verunsichern, wenn diese ganzen Artikel kommen.

00:33:10: Schaut erst mal wer das überhaupt geschrieben hat!

00:33:13: Das sind meistens sehr subjektive Sichtweisen die alle auf einem oder mehreren dieser Thesen fusten können.

00:33:20: und gerade jetzt ist es total wichtig dass wir daran festhalten zu sagen doch wir stehen ein für Kinderrechte, für Partizipation, für Bedürfnisorientierung.

00:33:31: Gerade Jetzt gehen wir mit einer Selbstverständlichkeit daran, dass das das Richtige ist.

00:33:38: Gerade jetzt brauchen wir eine Klarheit von ... Nein!

00:33:42: Also von Stopp?

00:33:44: Das ist das was über Jahre fundiert erklärt wurde wie Kindheitspädagoik funktioniert.

00:33:52: und gerade Jetzt es wichtig sich da auch nicht von irritieren zu lassen.

00:33:58: Und mich nervt ganz schön doll immer wieder erklären zu müssen, was Bedürfnisorientierung eigentlich nicht ist.

00:34:04: Statt darüber zu sprechen, was die Inhalte sind und wie wir da vorankommen können.

00:34:10: Das sollte unser Ziel sein, dass wir nicht ständig rechtfertigen, sondern dass wir sagen das ist der richtige Weg, der nicht einfach nur irgendwie ausgedacht ist, sondern der langjährige Erkenntnisse auf vielfältigen Ebenen der Kindheitspädagogik eben... beschreibt.

00:34:29: und wenn ihr da Klarheit wollt, noch mehr Klarheit, nochmehr Eindeutigkeit dann können wir auf jeden Fall sagen könnt ihr die bedürfnisorientierte Pädagoik nach Erwedewahrt und Hohmann also unsere definierte Art der Bedürfnisse orientierten Pädagogik nutzen weil das um auch nochmal den Bogen zu spannen ist natürlich auch ein Thema dass so viel Unsicherheit mit dem Begriff herrscht.

00:34:52: Und wenn ihr sagt zum Beispiel, ihr arbeitet nach der bedürfnisorientierten Pädagogik nach Wedewaard und Hohmann.

00:35:00: Dann kann jeder nachlesen was damit gemeint ist.

00:35:04: Dann ist es dann eben auch nicht so schwammig sondern klar und eindeutig statt dieser Frage von ja was heißt das denn ganz genau?

00:35:11: Weil das wäre nämlich die letzte These dass zu viel Unklarheit über den Begriff herrscht Und damit würde da auch mehr Klarheit reinkommen.

00:35:24: Ja, das war der Abriss heute über die Bedürfnisorientierung und ihre Geschichte, wie das alles entstanden ist, was so die Grundlagen sind und wie das gesellschaftlich und politisch einzuordnen ist.

00:35:39: Das ist jetzt natürlich alles.

00:35:40: nur meine ... draufsicht, meine Sicht der Dinge und ich freue mich total.

00:35:45: Wenn ich dazu Feedback von euch bekomme wie ihr das dann seht.

00:35:49: also das könnt ihr natürlich machen in den Podcast-Apps da kann man ja zum Teil kommentieren.

00:35:53: Also wie seht ihr das?

00:35:55: Was sind so Gründe warum die Bedürfnisorientierung irgendwie so ein Triggerwort ist?

00:36:00: Wir haben im Übrigen, also Katrin und ich haben auch schon darüber diskutiert ob wir diesen Begriff ändern wollen weil so viele darauf anspringen.

00:36:07: Aber ganz ehrlich es geht nicht um den Begriff, sondern darum was sich dahinter alles verbirgt welche Konflikte der Begriff ja birgt und welche Projektionsfläche er bildet.

00:36:20: das ist das was das Thema ist und nicht das Wort alleine.

00:36:24: und für uns beschreibt Der Begriff der Bedürfnisorientierung einfach am eindeutigsten, um was es geht.

00:36:31: Nämlich die Bedürfenisse aller Beteiligten in der pädagogischen Einrichtung und da gibt's einfach viele verschiedene Bedürfonisse Und sie sind uns alle wichtig zu berücksichtigen.

00:36:43: Daher wollen wir den Begriff nicht ändern und stehen eben weiter für die bedürfnisse Orientierung ein und glauben immer noch fest daran damit Die Welt zu verändern, die Kita-Welt und einen Weg zu zeigen, wie achtsame Pädagoik möglich ist ohne Verletzungen.

00:37:00: Genau, kommentiert gerne.

00:37:02: Teilt die Folge wenn ihr mögt vielleicht auch den ganzen Podcast.

00:37:06: wer vielleicht Interesse an diesem Podcast hat verleitet ihn gerne weiter.

00:37:10: und ja habt ihr eigentlich schon mal in den großen BOP online Kurs geschaut?

00:37:15: Den findet ihr auf der Akademieseite bo-pädagoik.de.

00:37:19: Dort gibt es einen großen BIP Kurs.

00:37:21: In sechs Modulen kann man mit Videos als Team Wir haben so ein zwei Jahresplan aufgestellt Kann man die bedürfnisorientierte Pädagogik durcharbeiten in Häppchen, in kleinen Teensitzungen.

00:37:33: In Tagen aber auch nur in ganz kleinen Impulsen mit Übungen.

00:37:39: Das sind Übung dabei und dann halt immer Videos von Kathrin und mir.

00:37:42: Schaut doch da gerne auch mal rein!

00:37:44: Ansonsten auch gerne auf meiner Webseite lea.wedewahrt.de.

00:37:50: Ansonst danke ich euch fürs Zuhören und wünsche euch alles Gute und Sack bis bald.

00:37:56: dann tschüss.

00:38:06: BOP – Bedürfnisorientierte Pädagogik.

00:38:10: Gemeinsam für starke, sich selbstbewusste Kinder- und Fachkräfte!

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