#123 - Kinderrechte und der kinderrechtsbasierte Ansatz - mit Dr. Jörg Maywald
Shownotes
Kinderrechte bilden die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit – und trotzdem habe ich das Thema hier im Podcast bisher nie direkt besprochen. Das ändert sich heute.
Zu Gast ist Dr. Jörg Maywald, Honorarprofessor für Kinderrechte und Kinderschutz an der FH Potsdam, Mitbegründer des Berliner Kinderschutzzentrums und einer der bekanntesten Stimmen zum Thema Kinderrechte in Deutschland.
Wir sprechen darüber, was die UN-Kinderrechtskonvention konkret bedeutet – und warum sie längst geltendes Recht in Deutschland ist. Warum Kinder gleich und gleichzeitig verschieden sind im Vergleich zu Erwachsenen. Was Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte sind und wie sie in der Kita sichtbar werden. Und: Was unterscheidet eigentlich einen bedürfnisorientierten von einem kinderrechtsbasierten Ansatz – und wie ergänzen sich beide?
Eine Folge, die Grundlagen schafft – und Lust macht, Kinderrechte wirklich in die Praxis zu bringen.
Mehr von der BO-Akademie: 🎓 Fortbildung: „Schwierige Kinder gibt es nicht? Herausforderndem Verhalten professionell begegnen" mit Dr. Andrea Tures · 7. November → bo-paedagogik.de/programm/fortbildung-herausforderndem-verhalten-professionell-begegnen
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Kontakt zu Dr. Jörg Maywald: 📩 joerg-maywald@gmx.de 🌐 joerg-maywald.de
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn ich mit Studierenden arbeite zum Thema Kinderrechte, ist eine meiner ersten Fragen.
00:00:05: Was meint ihr?
00:00:07: Sind Kinder und Erwachsene eigentlich gleich oder verschieden?
00:00:10: Und aus meiner Sicht wäre die korrekte Antwort das Kinder- und Erwachsenen gleich und verschieden
00:00:16: sind!
00:00:23: Ich beschäftige mich hier mit einer achtsamen gewaltfreien und bedürfnisorientierten Begleitung von Kindern in der die Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen aller Beteiligten im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.
00:00:41: Kinderrechte bilden die Basis für unser pädagogisches Handeln Und das soll sich heute ändern.
00:00:58: und damit ein herzliches Hallo an alle Zuhörenden hier im Podcast.
00:01:02: Mein Name ist Lea Wedowat, ich bin Kindheitspädagogin und Referentin für die Themen bedürfnisorientierte Pädagogik achtsame Sprache, biografische Selbstreflektion, Eingewöhnung usw.
00:01:15: In unserer Akademie für Bedürfnisse orientierte Pädagogik bilden wir Fachkräfte aus Und bevor ich meinen Gast vorstelle, mag ich einmal berichten was es aktuelles in der Akademie gibt.
00:01:26: Die nächste Veranstaltung – auf die freue ich mich wirklich auch schon sehr – gibt es eine Online-Fordbildung bei uns mit Dr.
00:01:33: Andrea Tures.
00:01:33: Das ist die herausgeberen Vermucht das Schwierige Kind Fragezeichen, herausforderndem Verhalten professionell begegnen.
00:01:40: am siebten November von zehn bis sechzehn Uhr.
00:01:43: Also meldet euch dafür gerne noch an und sie hat uns versichert.
00:01:47: Natürlich wird das Thema Neurodiversität, Neurodivergenz und neuroaffirmative Pädagogik da eine wichtige Rolle spielen wieder in diesem Kurs!
00:01:59: Und wer da nicht teilnehmen kann am siebten November dem können wir auf jeden Fall sehr ans Herz legen den aufgezeichneten Vortrag von Andrea Torres zum Thema Neurodiversität.
00:02:09: Der kann auch von Teams gebucht werden und das ist ein aufgezeichneter Vortrag, den man überall jederzeit anschauen kann.
00:02:18: also da zusätzlich alle Infos in die Shownotes und dass es die Information, die aktuelle Info der BO-Akademie.
00:02:27: und jetzt mag ich unseren Gast vorstellen wer könnte es anders sein?
00:02:31: Wer kennt sich am besten mit Kinderrechten aus?
00:02:34: Das Dr.
00:02:36: Maywald ist heute zu Gast hier am Podcast, darüber freue ich mich sehr.
00:02:40: Er wird uns in die Grundlagen der Kinderrechte einführen.
00:02:44: Er hat ein Studium der Sociologie, Psychologie und Pädagogik in Berlin absolviert und ist Mitbegründer des Berliner Kinderschutzzentrums, indem ich auch schon mal gearbeitet habe.
00:02:55: Nur mal ganz nebenbei gesagt!
00:02:58: Und er war Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind.
00:03:01: Wer in Berlin wohnt kennt die sicherlich auch ganz gut und Sprecher der National Coalition Deutschland Netzwerksunterstützung der UN-Kinderrechtskonvention, die natürlich heute hier auch in der Folge eine Rolle spielen wird.
00:03:15: Und er ist seit Zeitzeiten Honorar-Professor für Kinderrechte und Kinderschutz an der Fachhochschule Potsdam, wo ich meinen Bachelor gemacht habe.
00:03:24: Uns kreuzen unsere Wege, kreuze sich immer wieder.
00:03:27: auch auf Fachtagen ist mir immer wieder aufgefallen.
00:03:30: sind wir auch gemeinsam präsent wie zum Beispiel auf dem fachtaggewaltfreie kindheit oder auf anderen fachtagen?
00:03:37: Ja es wird heute eben Wie gesagt um das thema Kinderreichte gehen aber auch Kinderrechts basierte pädagogik.
00:03:43: ja dabei wünsche jetzt ganz viel spaß und sage herzlich willkommen Jörg Maiwald.
00:03:49: Danke für die Einladung!
00:03:50: Also was mich ja ganz persönlich interessiert, gleich zu Beginn des Podcasts... Was hat sie dann eigentlich dazu veranlasst sich mit dem Thema Kinderschutz-Kinderrechte so zu beschäftigen?
00:04:02: Weil das ist ja schon auch ein Steckenpferd von ihnen und wenn man an Kinderschurz am Kinderrecht denkt, denkt man sofort an Sie.
00:04:09: Gibt es eine persönliche Geschichte oder ein bestimmtes Erlebnis, was sie dazu gebracht hat?
00:04:15: Also sicherlich gibt es viele Ereignisse und auch Personen, die mich beeinflusst haben.
00:04:20: Aber ich würde schon sagen das gibt in meinem Leben so zwei Triggerpunkte, die da besonders wichtig gewesen sind.
00:04:25: Und zwar ein bereits in der Kindheit.
00:04:27: Ich hatte noch nichts von Kinderrechten gehört Das war damals überhaupt kein Thema.
00:04:32: aber ich hatte, so würde ich es heute sehen Ein Gefühl für Gerechtigkeit.
00:04:38: Und zwar bin ich in Bad Württemberg zur Schule gegangen und damals gab es noch die Brügelstrafe.
00:04:43: Es war noch nicht verboten, das war das vorletzte Bundesland was das Brügl in der Schul- und zwar erst Anfang der neunzehnundalssebziger Jahre verboten hat.
00:04:50: Ich bin aber schon in den Sechzigern in die Grundschule zumindest gegangen.
00:04:53: wir hatten tatsächlich noch einige Lehrkräfte, die den Tassenstock genutzt haben.
00:04:58: Das heißt wenn ein Kind etwas ausgefressen hatte musste er es nach vorne treten und bekam so vier, fünf Tatsenstockschläge.
00:05:04: Das Schlimme übrigens war gar nicht der körperliche Schmerz sondern das viel schlimmere bei die Beschälmung vor den anderen Kindern nach vorne treten zu müssen Und ich fand es nicht okay!
00:05:15: Ich fand das unfair, ich fand das nicht gerecht.
00:05:17: und obwohl ich noch nichts über Kinderrechte gehört hatte Und ich bin auch der Auffassung, dass Kinder im Englischen heißt es ein Sense for Justice.
00:05:26: Ein Gefühl für Gerechtigkeit haben jedenfalls in entspannten Situationen.
00:05:30: Da gibt es sogar sehr schöne Experimente sind Kinder geneigt etwas spontan abzugeben also zu teilen nicht den angespannten situationen.
00:05:39: kinder sie nicht die besseren menschen sie können auch ziemlich ätzend sein aber in einer entspannte Situation haben Sie einen gefühl für gerechtlichkeit.
00:05:47: das hätte ich auch und ich fand das absolut unmöglich dass hier erwachsene Kinder schlagen dürfen.
00:05:53: Gut, ich hatte ein bisschen Glück.
00:05:54: meine Mutter war selber Erzieherin der wäre das niemals in den Kopf gekommen als ich hatte das Kontra Beispiel gewissermaßen.
00:06:01: Das war so ein erster Punkt der mich für dieses Thema zumindest für Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit sensibilisiert hat.
00:06:08: es gab einen zweiten sehr wichtigen punkt.
00:06:11: da war ich dann schon längst erwachsen.
00:06:13: die UN-Kinderheizkonventionen waren und sich gerade verabschiedet mit meiner Dissertation beschäftigt und stellte fest, dass nach damaligem Recht in Deutschland Kinder nach Trennung oder Scheidung ihrer Eltern kein Recht hatten auf Kontakt zu beiden Elternteilen.
00:06:31: Das fand ich unglaublich!
00:06:32: Ein Kind kann nichts dafür wenn sich die Eltern trennen und die UN-Kinderrechtskonjunktionen das hat mich dann eben getriggert.
00:06:39: kennt ihn Artikel neun dieses recht auf unmittelbaren Kontakt mit beiden Eltern teilen auch noch Trenning und Scheidungen.
00:06:45: In Deutschland war das erst in der Fall.
00:06:50: Das hat mich dann endgültig für dieses Thema Kinderrechte begeistert und seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen.
00:07:00: Welchen Gedanken ich immer so bewege ist?
00:07:03: Es gibt ja Erhebungen, zum Beispiel dass wirklich in den letzten Jahren, ich glaube sogar in den vergangenen zehn oder zwanzig Jahren, wenn man Menschen gefragt hat wie sie zu der Ohrfeige stehen, dass das ja ziemlich abgenommen hat.
00:07:17: Dass man sagen kann, da gibt es wirklich ein Bewusstsein.
00:07:21: und auf der anderen Seite, das wissen Sie natürlich besser als ich, sind die Zahlen der Kindeswohlgefährdung auch gestiegen?
00:07:28: Das können Sie gleich noch mal einordnen, wie passt das zusammen?
00:07:32: Können wir generell davon ausgehen, dass es mehr Zahlen gibt... Also vielleicht eine persönliche Einschätzung von Ihnen.
00:07:39: Steigen die Zahlen weil wir mehr Kinder-Schutzfälle haben oder steigt das bewusst sein?
00:07:46: Vermutlich beides.
00:07:48: Tatsächlich würde ich meine positive Entwicklung, Sie haben es gerade schon angedeutet dass zumindest körperliche Gewalte nicht mehr akzeptiert wird.
00:07:58: übrigens auch die allermeisten Eltern wissen dass es nicht erlaubt ist und die meisten wollen sich daran halten.
00:08:04: manche schaffen es nicht aber eben lediglich in Überforderungssituationen.
00:08:08: Früher gab es ja noch den Fall, warte mal bis Papa kommt dann setzt.
00:08:12: was also?
00:08:13: die Bewusstse die gezielte die beabsichtigte Gewalt und der Einsatz von körperlichen Bestrafungen?
00:08:20: das ist glücklicherweise sehr selten geworden.
00:08:22: wir haben es nochmal bei zugewanderten Familien weil sie einfach die Infos nicht haben oder weil es eine Ungleichzeitigkeit in Entwicklung ihrem Herkunftsland verglichen mit Deutschland gibt.
00:08:32: Aber auch da, wenn sie dann einige Jahre hier leben, merken Sie und wissen Sie das es nicht akzeptiert und ja verboten ist.
00:08:40: Allerdings bedeutet das nicht, dass Gewalt gegen Kinder kein Thema mehr ist.
00:08:44: Es könnte sogar sein, dass wir eine gewisse Verschiebung vom Körper zur Seele haben – und das psychische Druck!
00:08:50: Also unter Abi geht gar nichts.
00:08:52: Das ist schon vor der Geburt eines Kindes klar und das sind ja enorme psychische Belastungen, manchmal auch mehr Bedrohung, Erpressung
00:09:00: usw.,
00:09:00: Erniedrigungen, dass die möglicherweise sogar angestiegen sind.
00:09:05: es sehr schwer hier Zahlen zu bekommen.
00:09:07: was wir zahlenmäßig belegen können das haben sie auch gerade angedeutet dass die Zahl der kindeswohlgefährdungsmeldung über die letzten zehn Jahre verteilt fast kontinuierlich angestiegen ist.
00:09:20: und da allerdings, das können wir auch wissenschaftlich kaum auseinanderhalten stellt sich die frage hat die zahlen der kindeswohlgefährdung.
00:09:29: Zugenommen oder hat es bewusst sein und die meldebereitschaft zugenommen?
00:09:33: ich vermute zumindest hat die melden bereitschaft zugenommen.
00:09:37: es ist also kein tabu mehr Und Menschen sind sich dessen schneller bewusst, auch gerade Fachkräfte die hier schneller reagieren als früher.
00:09:46: Es könnte aber auch sein da drücke ich mich vorsichtig aus dass zumindest in einigen Bereichen tatsächlich reale Zunahmen es gegeben hat und insbesondere denke ich am psychischen Gewalt übrigens inzwischen der zweithäufigste Grund für eine Kindeswohlgefährdung ist.
00:10:01: das war früher die körperliche an der Spitze übrigens Vernachlässigung bis heute mit fast sechszig Prozent der Meldung an der Spitze, aber jetzt an zweiter Stelle psychische Gewalt und nicht mehr die körperliche.
00:10:13: An vierter Stelle übrigens sexualisierte Gewaltssexuelle Missbrauch mit deutlichem
00:10:16: Abstand.".
00:10:18: Ja wir wollen ja heute eigentlich gar nicht über Kinderschutz sprechen beziehungsweise das ist ja eigentlich mit drin wenn wir über Kinderrechte sprechen denn Kinderrechte sind ja etwas was genau eben Verletzungen verhindern soll dass es zumindest einen Grund Wenn wir jetzt uns mal die Gesetzeslage anschauen, welche Gesetzeslagen – Sie hatten vorhin auch schon von der Kinderrechtskonvention gesprochen.
00:10:43: Auf was können wir uns da stützen von den Gesetzen her wenn wir uns Kinderrechte anschauen?
00:10:49: Es gibt eine ganze Reihe von nicht nur Rechten, sondern tatsächlich von gesetzlichen Grundlagen.
00:10:56: Also Gesetzen die auf unterschiedlichen Ebenen vorhanden sind.
00:11:00: Auf der internationalen Ebene tatsächlich die UN-Kinderrechtskonvention also das Übereinkommen der Vereinten Nation über die Rechte von Kindern ja so etwas wie das Grundgesetz für alle Kinder dieser Welt.
00:11:11: sehr wichtig.
00:11:12: dass wissen nämlich viele nicht auch Juristinnen wissen es manchmal nicht.
00:11:15: sie ist geltendes Recht in Deutschland.
00:11:17: Viele denken so einen Vertrag mit der UNO, und nicht so wichtig.
00:11:20: Das stimmt einfach nicht!
00:11:22: Sie ist nach Rücknahme der Vorbehaltserklärung, das heißt sie gilt für jedes in Deutschland lebende Kind üben es auch unabhängig vom Pass, also deutscher Pass ausländischer Pass gar kein Pass.
00:11:34: Einfach weil es ein Mensch ist, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat steht dieser Mensch wenn er sich aufhält unter dem Schutz Kinderrechtskonvention.
00:11:44: Wir haben noch ein Problem übrigens, dass nach unserem Grundgesetz die Kinderreichtskonvention unterhalb der Verfassung steht.
00:11:51: Das heißt sie hat noch nicht verfassungsrahmen.
00:11:53: Sie steht darunter.
00:11:55: das ist noch ein politisches Problem aber sie gilt in deutschen und da sind ja ganz umfängliche kinderrechte Schutzrechte Förderrecht, aber auch Beteiligungsrechte verankert.
00:12:03: Dann haben wir die EU Grundrechte-Karte, die auch geltendes Recht sogar unmittelbar einklagbar in Deutschland ist, die ein Artikel Vierundzwanzig Kinderrechte kennt, auch übrigens mit den zentralen Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention ausgestattet – das ist das internationale Recht!
00:12:19: Aber auch im deutschen Recht.
00:12:21: gut im Grundgesetz und muss man sagen da gibt es zwar den Begriff Kinder, aber dort sind Kinder nur als Regelungsgegenstand explizit erwähnt.
00:12:31: Sie sind zwar Träger von Grundrechten, weil sie ihr Menschen sind und da gibt es keine Altersgrenze.
00:12:36: aber spezifische Kinderrechte kennt das Grundgesetz bisher leider aus meiner Sicht nicht.
00:12:42: wie haben andere Gesetze?
00:12:43: also gibt es explizite Kinderreichte also zum Beispiel Das bürgerliche Gesetzbuch des BGB am bekanntesten vielleicht das Recht auf gewaltfreie Erziehung Aber auch andere Rechte die dort verankert sind.
00:12:54: das Strafgesetzbuch der gibt es ja auch Straftaten, die spezifisch sich auf Kinder beziehen.
00:13:00: Also bekannt, sicherlich besonders bis Handlung von Nachlässigung sexueller Missbrauch.
00:13:06: aber auch das SGB VIII des Kindern-Jungthilfe-Gesetz kennt ja explizite Kinderrechte auf verschiedenen Ebenen.
00:13:12: vielleicht sei hier genannt das Recht auf dem Kitaplatz was übrigens ein rechtes Kind es ist und nicht an rechte Eltern.
00:13:18: Das Kind hat das Recht Auf diesen Platz.
00:13:20: Die Eltern nehmen zwar dieses Recht wahr solange das Kind noch nicht selber entscheiden kann, aber es ist als Recht des Kindes ausgestattet und auch viele weitere Rechte.
00:13:29: Und wir haben noch eine weitere Ebene des Rechts.
00:13:32: Wir haben auch Länderausführungsgesetze also Bundesländer Ausführungs Gesetze die sich zumeist auf das SGB VIII beziehen und zum Teil auch nochmal spezifische Kinderrechte beinhalten.
00:13:45: Sie sagten gerade, Kinder sind Träger von diesen Rechten.
00:13:50: Oder sie sind Rechtssubjekte, so sagten sie?
00:13:54: Was heißt das genau?
00:13:56: Also was meint dieser Begriff?
00:13:58: Naja dass sie eben nicht Regelungsgegenstand sind.
00:14:00: Sie sind überhaupt keine Gegenstände!
00:14:02: Sie sind Subjekte und Menschen von Anfang an.
00:14:05: Das war Janusz Korczak vor hundert Jahren schon gesagt hat Das Kind wird nicht erst ein Mensch.
00:14:10: Es ist schon einer von Beginn an und das war damals revolutionär, überhaupt noch nicht Praxis sondern dass das Kind selbst Rechtsträger Träger von Rechten ist.
00:14:21: Das ist in Übersicht in Deutschland auch nicht immer so gewesen.
00:14:24: es bedurfte erst eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Jahre dass Kinderträger von Grundrechten sind.
00:14:35: Das war zuvor nicht klar, wo die Annahme des Kinder zwar grundrechtfähig aber nicht grundrechtsmündig sind sozusagen erst allmählich zu vollwertigen Menschen im Sinne von Rechtssubjekten werden das ist Gott sei Dank überholt.
00:14:49: ich glaube keiner in Deutschland keine auch keine Politikerin würden heute mehr das Gegenteil behaupten.
00:14:56: was wir noch nicht erreicht haben die Unterschiedlichkeit zwischen Kindern und Erwachsenen hier auch rechtlich auf allen Ebenen abzusichern.
00:15:04: Also gewissermaßen nur die Gleichheit ist abgesichert, dass Kinder Menschen sind wie Erwachsene auch Menschen sind.
00:15:09: aber die unterschiedlichkeit, die besondere Verletzlichkeit von Kindern Die ist noch nicht auf allen ebenden abgesicherte insbesondere nicht im Grundgesetz.
00:15:18: Und das wäre dann, also die Folge wäre dann dass die Kinderrechte ins Grundgesetz müssten.
00:15:23: Wäre das dann sozusagen dafür hilfreich?
00:15:26: Genau!
00:15:26: Das wäre nicht nur hilflich es wäre absolut notwendig eine Forderung des UN-Ausschusses seit vielen Jahren dass Deutschland endlich die Kinderrecht in die Verfassung aufnimmt.
00:15:35: vielleicht dass ich das ein bisschen erläutere wenn ich mit Studierenden arbeite.
00:15:39: zum Thema Kinderreichte ist eine meiner ersten Fragen was meint ihr?
00:15:44: sind Kindern Erwachsene eigentlich gleich oder verschieden?
00:15:47: Und aus meiner Sicht wäre die korrekte Antwort, dass Kinder und Erwachsene gleich und verschieden sind.
00:15:54: Übrigens auch Frauen und Männer gleich und unterschieden sind, deswegen gibt es eigene Frauenrechte.
00:15:58: Sonst bräuchten wir sie nicht.
00:15:59: frauen, sind Menschen wie Männer auch keine spezifischen Frauenrechter aber eben doch weil es eben auch eine Ungleichheit, eine Verschiedenheit, Eine besondere Verletzlichkeit von Frauen gibt.
00:16:10: jetzt schweife ich gerade ein bisschen ab.
00:16:12: Auf Kinder bezogen gilt genau dasselbe.
00:16:14: Erwachsene und Kinder sind gleich, deswegen gelten ja auch die Grundrechte und Menschenrechte natürlich in gleicher Weise für Kinder – da gibt es ja keinerlei Altersgrenze -, aber es gibt eine Verschiedenheit.
00:16:26: Kinder sind besonders empfindlich was ihren Schutz betrifft, aber sie haben besondere Förder- und Beteiligungsbedürfnisse, die durch allgemeine Grundrechten nicht ausreichend abgedeckt werden.
00:16:39: Und das ist ja auch der Grund, warum wir eine UN-Kinderrechtskonvention haben.
00:16:42: Sonst bräuchten wir die ja nicht dann würden ihr die allgemeinen Menschenrechtsübereinkommen ausreichen.
00:16:47: Wenn sie möchten kann ich auch mal ein Beispiel geben um es deutlich zu machen wie wichtig das ist.
00:16:52: Wir hatten in Berlin hier vor einiger Zeit folgenden Fall ein Kind einer elfjährigen Junge lebt in Brandenburg und hat sich in den S-Bahn gesetzt ist nach Berlin gefahren und wurde dort von einem pädosexuellen Ring schwerstextuell missbraucht.
00:17:06: Interessant war, der Junge wusste ganz genau was da passiert und er hat es immer wieder in Anführungszeichen freiwillig gemacht.
00:17:14: Er wusste etwas ihn erwartet und er zugestimmt.
00:17:17: also das was wir als Informkonsentprinzip, informierte Zustimmung ansehen war auf diesen jungen Bezogen vordergründlich zumindest zutreffend.
00:17:28: Er wusste was ihn erwartet und erwarte es freiwilligt getan.
00:17:31: aber es geht um ein Kind Und ein Kind mit elf Jahren ist gar nicht in der Lage, eine informierte Zustimmung zu geben.
00:17:38: Sondern sein Motiv damit zu machen war vielleicht oh so nette Onkels das kenne ich gar nicht dass jemand mich braucht oder sogar mag während das Motiv der Erwachsenen eben einer Form kruder Befriedigung auf Kosten von Kindern ist.
00:17:52: Das ist kein symmetrisches es kein Partnerschaftsverständnis Verhältnis Und hier muss eben sehr klar, das ist ja auch unsere Rechtslage deutlich gemacht werden.
00:18:02: Jeder sexuelle Kontakt eines Erwachsenen mit einem Kind völlig unabhängig davon ob das Kind mitgemacht hat oder zugestimmt hat, ist schwerer sexueller Missbrauch.
00:18:12: und da reichen die allgemeinen Gesetze, die auf Erwachsene bezogen sagen würde wo es das Problem der wusste was passiert und er zugestimmt und das gilt für Kinder nicht Gott sei Dank Und das ist ja auch ein Fortschritt, den wir noch gar nicht so lange erreicht haben.
00:18:27: Dass eben es ein absolutes Tabu-Richtung sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern gibt.
00:18:33: Ich könnte viele weitere Beispiele nennen wo es sehr wichtig ist die Unterschiedlichkeit zwischen Kindern oder Erwachsern zu betonen.
00:18:41: Und im Grundgesetz da haben wir zwar natürlich die Grundrechte für alle Kinder geltend aber die besondere Verletzlichkeit Im Sinne von Kinderrechten haben wir eben nicht im Grund gesetzt, sondern da wo sie explizit genannt werden in Artikel sechs Absatz zwei sind Sie Gegenstand der Eltern und nicht eigene Rechtssubjekte mit spezifischen Kinderrechte.
00:19:02: Ich krieg nur so am Rand mit, was die Argumente sind gegen Kinderrechte im Grundgesetz.
00:19:08: Da meine ich zu erinnern, dass es sowas ist wie ... Aber wenn wir jetzt die Grundrechte haben, dann sind das ja die Würde des Menschen und da wäre ja... Es ist unantastbar!
00:19:19: Und da würde man sagen ein Kind hat eben auch Würde und darf nicht verletzt werden.
00:19:25: Jetzt mal ganz platt gesagt.
00:19:27: Sie haben's schon beschrieben?
00:19:30: Was ist dann aber das Spezifische?
00:19:32: Sie sagten ja, es ist total notwendig.
00:19:35: Weil sie eben verletzlicher sind... Gibt es noch andere Argumente oder so eine kompakte Argumentationslage?
00:19:45: Es gibt Gegenargumente.
00:19:48: also dass eine was Sie gerade genannt haben, dass Kinder doch Menschen sein und wir keine Spezialrechte brauchen, übertragen Sie das mal auf Frauenrechte!
00:19:56: Wir brauchen doch keine Spezialrechte für Frauen.
00:19:58: Doch wir brauchen sie, weil es besondere Verletzlichkeiten gibt.
00:20:01: und gerade Sie haben die Würde des Menschen angesprochen, in dem von mir geschilderten Fallen.
00:20:05: mit diesem Jungen würde man dann argumentieren der hat doch zugestimmt?
00:20:09: Der wusste was hinter erwartet.
00:20:11: wo ist da ein Problem mit der Würde das Kindes?
00:20:13: natürlich gibt es ein massives Problem weil es eben ein kind ist und nicht einer wachsende Person.
00:20:19: Und ich könnte wie gesagt hier viele Beispiele dieser Art bringen.
00:20:23: Es gibt ein zweites Gegenargument übrigens gegen Kinderrechts ins Grundgesetz, das betrifft die Position der Eltern.
00:20:29: Insbesondere von politisch rechter bis sehr rechter Position wird argumentiert, dass die Elternrechte würden nach hinten geschoben werden.
00:20:36: Ich halte es für ein Missverständnis und auch für Blödsinn.
00:20:39: Auch ich möchte keine Staatserziehung, übrigens auch die Kinderrechtskonvention kennt keine Staatserziehungen.
00:20:45: Im Artikel achtzehn.
00:20:46: dort ist sehr klar der Elternvorrang vorstaatlicher Verantwortung.
00:20:51: Niedergelegene noch das Grundgesetz, im Artikel sechs Absatz zwei hat ja formuliert Pflege und Erziehung sind das natürliche Recht der Eltern um die zu förderst ihnen obliegende Pflicht.
00:21:01: Das ist auch ein Pflicht nicht nur ein Rechts- und Pflichtrecht.
00:21:04: Auch ich bin dagegen die Eingrischwelle des Staates herabzusetzen.
00:21:08: Die ist sehr hoch in Deutschland nämlich erst bei Kindeswohlgefährdungen ist der Staat berechtigt und dann aber auch verpflichtet in Elternrechte einzugreifen.
00:21:16: Diese Grenze sollen nicht nach unten verschoben werden, ich würde mich jedenfalls wie jemand dagegen aussprechen.
00:21:21: darum geht es auch gar nicht bei Kinderrichten ins Grundgesetz.
00:21:24: das heißt die Kinderrichter rechten sich nicht gegen die Eltern sondern sie richten sich an den Staat.
00:21:29: und ich als Vater oder inzwischen Großvater übrigens würde mich freuen wenn meine Kinder mehr Rechte gegenüber dem Staat hätten.
00:21:37: Denn dann würde ich als Elternteil ja auch sagen können, wie sieht es denn mit den Kinderrechten aus in der Kita oder in der Schule?
00:21:43: Oder gucken wir doch mal die Spielplätze an oder vieles andere in Deutschland und das wäre ja die Hauptveränderung dass nämlich Kinder gegenüber dem Start deutlich verbesserte Rechtspositionen hätten.
00:21:55: nicht die Eltern würden geschwächtig im Gegenteil.
00:22:01: Sie sagten, Kinder sind nicht gleich oder sie sind gleich und nicht gleich.
00:22:05: Ist es das was sie auch meinen mit dem dass Kinderträger ihrer Rechte sind?
00:22:11: Und die Erwachsenen aber die Verantwortungsträger sind um dann die Kinderrechte zum Beispiel einzufordern?
00:22:18: Ja das ist damit den engem Zusammenhang zu sehen Das nämlich natürlich, um das auch gleich zu sagen.
00:22:26: Natürlich haben Erwachsene auch ihre eigenen Rechte.
00:22:28: Sie sind selbst Rechtsträger, selbstverständlich eben Träger aller Menschenrechte und so weiter und sofort.
00:22:34: aber wenn es um Kinder geht, sind sie Pflichtenträger.
00:22:37: Das heißt, sie sind als Erwachsene übrigens auch gar nicht nur als Eltern.
00:22:41: Auch die gesamten Erwachsenen schafft.
00:22:43: sozusagen die Gesellschaft ist verantwortlich für die Verwirklichung von Kinderrechten.
00:22:48: Das können wir nicht Kinder aufhalsen.
00:22:49: Wir können ja im Zweijährigen nicht sagen du musst selber für die Verböglichung deiner Rechte sorgen sondern da haben wir als Erwachsene die Verantwortung.
00:22:57: im Englischen wird von Duty Beerus gesprochen also von Pflichtenträgern, die wir Erwachszene sind und die Kinder sind Rights Holders, also rechte Inhaber.
00:23:06: aber das Das bezieht sich eben spezifisch jetzt auf Kinderrechte.
00:23:09: Wenn es um generelle Menschenrechte geht, sind natürlich wir Erwachsenen auch Rechteinhaber das ist ja klar.
00:23:17: aber auf Kinder bezogen haben wir die Verantwortung.
00:23:21: Haben Sie da auch ein Beispiel wo das nochmal deutlich wird wie Erwachsene in der Verantwortung stehen in dem Zusammenhang?
00:23:28: Ja vielleicht ein sehr konkretes Beispiel.
00:23:31: also nehmen wir mal an eine alleine zehnte Mutter Mit einem Kind hat sich neu verpartnert und hat ein Freund, der kürzlich wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt worden ist.
00:23:43: Jetzt auf der wachsenebene kann man sagen muss man auch sagen wie die ihre Partnerschaft gestaltet ist wirklich ihre Privatangelegenheit da niemand irgendwie etwas zu sagen oder sich einzumischen?
00:23:56: anders sieht es aus wenn es um das Kind in dieser Familie geht Und es könnte ein sehr hohes Risiko bestehen, sexuellen Missbrauchs durch diese neue Partnerschaft.
00:24:05: Das heißt wenn die Mutter sich dafür entscheidet diesen Partner in ihre Wohnung zu lassen und dort auch das Kind sich auffällt, könnte es sein dass hier eine Kindeswohlgefährdung vorliegt und ein Familiengericht beispielsweise das Gebot ausspricht, dass sie zwar ihre Partnerschaft leben kann wie sie will aber nicht wenn das Kind dabei ist Das heißt ein Gebot, das er nicht die gemeinsame Wohnung betreten darf.
00:24:30: Um nur mal ein Beispiel zu nehmen wo eben wir als Erwachsene die Verantwortung haben letztlich dann auch als Gesellschaft und wir nichts sagen können.
00:24:39: jetzt bei Erwachsenen wie die ihre Verhältnisse gestalten und wer mit wem hier Kontakt hat das können sie selber entscheiden.
00:24:45: Bei Kindern gibt es eben die besondere Verantwortung natürlich in erster Linie der Eltern aber auch insgesamt sämtliche Erwachsen und der Gesellschaft.
00:24:54: Haben Sie zufälligerweise auch gerade ein Beispiel aus der Kita-Empättung, wenn es um Verantwortungsträger geht und die Rechte der Kinder?
00:25:04: Ja, hätte ich auch.
00:25:06: Also ich finde immer eines der spannendsten Diskussionen auf Kita bezogen wo es um Selbstbestimmung des Kindes geht.
00:25:15: Auf der einen Seite das wäre sozusagen das erste Level Wo es um Partizipationen geht Das ist ja was anderes Es wäre ein zweites Level Und wo es Drittens, das wäre ein drittes Level dann um Erwachsene Verantwortung für die Verwirklichung der Kinderrechte geht und wir Kindern etwas nicht erlauben können aus gutem Grund.
00:25:34: Die große pädagogische Kunst besteht darin zwischen diesen drei Level zu unterscheiden.
00:25:39: Da kann man jetzt viele Praxisbeispiele nehmen.
00:25:41: Ein Klassiker ist sicherlich die Mahlzeitengestaltung.
00:25:44: also was kann das Kind ganz alleine entscheiden zum Beispiel ob es was ist?
00:25:48: Und auch wie viel und von dem Angebot, wie viel es ist.
00:25:51: Also da gibt's eine kleine Einschränkung, Verteidigungsgerechtigkeit aber das ist nicht Partizipation sondern Selbstbestimmung des Kindes.
00:25:59: dann haben wir Bereiche wo die Kinder mitentscheiden können also partizipieren können zum Beispiel was auf den Tisch kommt.
00:26:05: also schmeckt es den Kindern überhaupt?
00:26:07: Da haben sie natürlich ein Mitspracherecht und können sich zu Wort melden.
00:26:11: Aber die letzte Entscheidung liegt bei der Erwachsenen.
00:26:13: gesunde Kinder Ernährung ist das Stichwort.
00:26:18: Und natürlich gibt es auch Aspekte, wo wir Kindern ganz deutlich sagen müssen Nein das können wir dir aus gutem Grund nicht erlauben.
00:26:25: Also nehmen Sie ein zweijähriges Kind was mit einer heißen Suppenschüssel durch den Raum laufen möchte.
00:26:30: Das geht nicht.
00:26:30: oder ein Kind was dem anderen in meinem Essen rumwanscht also gerade wenn es um Unfallträchtigkeit geht oder auch übergriffiges Verhalten da ist unsere Erwachsene Verantwortung gefragt.
00:26:41: Ja Ja, genau da sind wir in der Verantwortung als Erwachsene.
00:26:45: Denn wenn wir jetzt Kinder alles entscheiden lassen würden dann könnte man ja sozusagen im Extremfall sagen wäre das wieder eine Art von Vernachlässigung am Ende.
00:26:56: Also wenn jetzt Kinder wirklich alle sich komplett selbst überlassen sind und alles entscheiden können, dann ist das könnte sehr gefährlich werden.
00:27:06: Und das ist natürlich die Verantwortung der Erwachsenen Total wichtig.
00:27:10: Ja, das ist übrigens ein häufiges Missverständnis Kinderrechten gegenüber.
00:27:14: auch manche Eltern haben dieses Missverständnisses.
00:27:16: jetzt soll mal die Kinder alle selber entscheiden.
00:27:19: so steht es überhaupt nicht in der Kinderrechtskonvention.
00:27:21: im Artikel fünf ein sehr schön formulierte Artikel wo die das Welten ist übrigens von Erwachsenen zu Kindern definiert sind von Eltern zu Kindern aber auch von Fachkräften zu Kindern.
00:27:32: und dort heißt es sehr klar dass wir eine Leitungs- und Führungsverantwortung Kindern gegenüber haben Allerdings nicht wie wir wollen.
00:27:38: Kinder sind kein Besitz der Eltern oder auch nicht von Fachkräften, sondern unsere Verantwortung, wie es da heißt die Kinder zu leiten und zu führen besteht in punkte verwirklichen.
00:27:49: Der Kinderrechte.
00:27:50: das ist unsere Verantwortung unserer Leitungs- und Führungsverantwortung aber eben nicht jetzt sollen man die Kinder alles alleine entscheiden.
00:27:57: dass ein krasses Missverständnis.
00:28:00: unser steht es auch nicht in der UN.
00:28:01: Kinderrechtskonvention.
00:28:07: Welche Kinderrechte gibt es denn jetzt alles?
00:28:09: Also die lassen sich ja in so verschiedene Rubriken einteilen.
00:28:12: Das eine ist eben Partizipation und Beteiligung,
00:28:15: usw.,
00:28:16: welche gibt's dann noch?
00:28:17: Naja wie gesagt dieser Dreiklang besteht zwischen Schutzförder- und Betteiligungsrecht und ich kann das ein bisschen unterscheiden.
00:28:24: also bei den Schutzrechten denken wir in Deutschland vor allem an das Recht auf Schutz vor Gewalt.
00:28:29: aber es gibt auch viele weitere Schutzrechte zum Beispiel das Recht Auf Schutz der Privatsphäre Das Recht auf Schutz vor Unfällen, das Recht auf Schutz für gesundheitlichen Gefahren.
00:28:39: Aber auch der Medienschutz ist ein wichtiges Schutzrecht, also das Recht Auf Schutz vor schädigenden Einflüssen von Medien und ein ganz zentrales Schutzrecht, der UN-Kinderrechtsausschuss, sprich sogar von einem General Principle, einen allgemeinen Prinzip des Rechts auf Schutz für jeder Form von Diskriminierung.
00:28:58: Alle Kinder haben gleiche Rechte, dass es ein zentrales Schutzrecht gleich das Allerwichtigste.
00:29:04: Bei den Förderrechten kennen sicherlich die meisten das Recht auf Bildung, aber auch das recht auf gesundheitliche Förderung, das Recht für einen angemessenen Lebensstandard dass Kinder nicht in Armut aufwachsen müssen.
00:29:17: und eines meiner übrigens Lieblingskinderrechte Artikel einunddreißig.
00:29:21: jedes Kind hat das Recht aus Spiel Freizeitruhe Erholung freie künstlerische Betätigung.
00:29:27: Auch das ist ein Förderrecht.
00:29:29: und die Beteiligungsrechte.
00:29:31: Das Recht, dass das Kind seine Sichtweise darstellen kann, dass es gehört wird... Und das seine Sichtweise übrigens nicht nur ist eine Meinung, weil es gibt ja Kinder die können auch gar nicht sprechen.
00:29:42: Aber sie haben eine Perspektive, eine Sichtweise also die körpersprachlichen Signale mimisch gestisch und so weiter dass diese Sichtweise des Kindes auch bei denen das kind betreffenden Entscheidungen angemessen berücksichtigt wird.
00:29:55: aber auch viele andere Beteiligungsrechte zum Beispiel auch Glaubensreligionsfreiheit Gedanken gewissensfreiheit Versammlungsfreiheit auch politische Rechte stellen Kindern zu gibt es eigene Artikel, tatsächlich auch die Meinungsfreiheit und übrigens auch die freiheißig Informationen über Medien zu beschaffen.
00:30:13: Weil Kinderrechte gelten ja noch für sechzehn oder siebzehn Jährige – und da ist zum Beispiel das Thema Internet ein Riesenthema!
00:30:19: Es geht ja nicht nur um den Medienschutz sondern auch um das Recht auf Zugang zur Medien und das Recht sich Informationen über Media zu verschaffen.
00:30:26: Ja ich muss immer daran denken.
00:30:28: also mein eins meiner Lieblingsthemen ist ja Eingewöhnung.
00:30:33: Ich muss immer dran denken, welche Relevanz haben die Kinderrechte in Eingewöhnungsprozessen.
00:30:41: Können Sie uns da so ein bisschen mitnehmen?
00:30:45: Kinderrechte relevant werden können in so Eingewöhnungsprozessen, als ein Beispiel vielleicht?
00:30:51: Ja also es ist eine ganze Reihe von Rechten spielt hier eine Rolle.
00:30:55: Vielleicht spezifisch tatsächlich das Recht auf Beteiligung dieser sehr herausfordernden Übergangsphase.
00:31:03: Beteilligung heißt ja in diesem Fall nicht dass die Kinder im Ganzen setzen und ihre Meinung mitteilen.
00:31:09: Das würde ja bei einem einenjährigen anderthalbjährigen Kind nicht zu erwarten sein.
00:31:14: Aber sie senden uns ihre Signale aus und unsere Verantwortung, das ja auch die berühmte Definition von Feinfühligkeit, von Sensitivity ist es diese Signale wahrzunehmen.
00:31:26: Sie einigermaßen korrekt zu interpretieren was gar nicht so einfach ist und auch sie angemessen zur Berücksichtigung bei der Gestaltung der Eingewöhnung.
00:31:34: Und hier kann es natürlich sehr unterschiedliche Signale geben.
00:31:38: Es kann einen Kind uns zeigen, Mensch hier fühle ich mich wohl.
00:31:42: Hier kann ich lachen und mich auch an jemand wenden wenn ich Trost suche und es mir nicht gut geht.
00:31:49: aber wir haben natürlich auch Signale von Kindern die das Gegenteil darstellen.
00:31:54: also ich komme hier nicht an und mir ist das alles viel zuviel und ich möchte eigentlich wieder nach Hause gehen und diese Signale wahrzunehmen und eben angemessen zu beantworten dass er sicherlich die große Kunst.
00:32:08: ja absolut.
00:32:10: Ich muss eben an eine Eingewöhnungszene denken, die immer wieder auftaucht.
00:32:16: Aber ich habe ein spezielles Bild vor Augen, wo dann wirklich ein Kind eine Stunde lang weint und immer wieder jammert und ganz verweihende Augen hat.
00:32:25: Und sobald die Tür aufgeht fängt das Kind wieder stark an zu weinen, wo ich auf jeden Fall sagen würde ... geht in Richtung Kindeswohlgefährdung, also ein Stück weit in so eine Richtung von emotionaler Vernachlässigung.
00:32:41: Weil man eindeutig sieht, dass das Kind nicht getröstet werden kann.
00:32:47: Wie stehen jetzt hier Kinderrechte mit Kinderschutz in Verbindung?
00:32:52: Oder generell ist es nur ein Beispiel.
00:32:54: Aber wie sind denn Kinderreichte ... Ja, was haben die mit Kindeschutz zu tun?
00:33:00: auch?
00:33:01: Also Schutz, Kinderschutz beinhaltet ja Schutzrechte und insofern gibt es eine sehr enge Verbindung mit den Kinderrechten.
00:33:09: Das Beispiel was Sie gerade angeführt haben Es kann ja auf verschiedenen Ebenen Probleme geben.
00:33:14: Es kann sein dass die Eltern hier nicht die nötige Sensibilität mitbringen und ihr Kind überschätzen.
00:33:21: oder auch mein, die Eingewöhnung muss in zwei Tagen abgeschlossen sein und nicht die Geduld aufbringen.
00:33:27: Das ist ja manchmal drei oder vier Wochen auch dauern kann und in seltenen Fällen eine Eingeführung abgebrochen werden muss.
00:33:34: das gibt es zwar nicht sehr häufig aber es kommt ja auch vor.
00:33:38: Also die Problematik kann eher auf der Elternebene liegen oder auch Frennungsängste der Eltern selbst beinhalten.
00:33:45: Es gibt ja unterschiedliche Möglichkeiten, sie kann aber auch die Problematie auf Ebene der Einrichtungen liegen, dass die Einrichtung hier nicht die entsprechenden Ressourcen oder einfach nicht das Fachwissen hat dass Kinder natürlich Trost benötigen, wenn sie weinen.
00:34:01: Dass die Eltern sofort auch eine Rückmeldung bekommen müssen und dass die Eingewöhnungen auch modifiziert werden muss.
00:34:06: Das sehen die Konzepte ja eigentlich vor aber in der Praxis läuft es eben nicht immer kindgerechter.
00:34:14: und vielleicht noch ein Hinweis ich wäre ein bisschen zurückhaltend vorschnell von Kindeswohlgefährdung zu sprechen.
00:34:20: Sie haben mir den Begriff in den Mund genommen.
00:34:22: Das kann sein in extremen Ausnahmefällen, aber Kindeswohlgefährdung ist ein sehr hochschwelliger Begriff.
00:34:31: Das heißt nach Entscheidung des Bundesgerichtshofs muss bei einer Kindeswohlgefährderung eine erhebliche und zwar nachhaltige Schädigung des Kindes vorauszusehen sein.
00:34:41: Da würde ich wieder sagen, in den meisten Fällen ist es nicht der Fall glücklicherweise weil die Kinder... Trauerreaktion zeigen oder auch Leid zeigen, aber das nicht immer zu einer nachhaltigen erheblichen Schädigung führen muss.
00:34:56: Allerdings und jetzt nehme ich einen anderen Begriff in den Mund kann es durchaus die Spälle einer Kindeswohl beeinträchtig um überschreiten die übrigens meldepflichtig sogar wäre gegenüber den Aufsichtsbehörden.
00:35:08: Wir müssen da unterschiedliche Eingriffsschwellen unterschreiben, der Begriff Kindeswohlgefährdung bezieht sich an erster Linie auf älterliches Fehlverhalten während Beeinträchtigung eine niedrigere Schwelle sich auch fehlverhaltend und gewalt durch Fachkräfte in den Einrichtungen beziehen.
00:35:23: aber beide kann natürlich auch miteinander in Kombination stehen.
00:35:29: Und wie ist der Zusammenhang jetzt mit den Kinderrechten in so einer Situation?
00:35:33: Naja, es gäbe mehrere Rechte.
00:35:35: Also zum einen tatsächlich dass das Kind Artikel neun wäre, dass das kind nicht einfach von den Eltern getrennt werden darf sondern wenn muss es eben diese Übergangsbegleitung geben.
00:35:45: wir nennen das dann in Deutschland ein Gewöhnung.
00:35:47: Es wäre ein Recht.
00:35:49: Aber auch der Vorräum des Kindeswolls, ein ganz zentrales Kinderrecht, Abs.
00:35:53: drei Abs.
00:35:53: eins Kinderrechtskonventionen.
00:35:55: Das heißt dass die Interessen des Kindens und nicht die Interesse der Eltern oder die Interessend der Einrichtung hier im Vordergrund stehen dürfen.
00:36:03: Und ja auch das Recht auf Schutz vor Gewalt spielt hier eine Rolle da zu zählen Ja auch psychische Gewalt.
00:36:08: also wenn die Signale des kindes einfach übersehen werden und so getan wird als ob es dem Kind nichts ausmacht.
00:36:15: Oder wie man dann zum manchmal ja auch schrecklicherweise sagt, hier muss das Kind jetzt durch und die Signale eben nicht beachtet werden.
00:36:22: Das könnte ja auch eine Form psychischer Gewalt sein.
00:36:26: also mehrere Kinderrechte wären hier betroffen.
00:36:30: Sie haben es gerade schon so ein bisschen angedeutet wie können Kinder auf ihre Rechte hinweisen?
00:36:36: Weil sie können das ja nicht explizit wenn sie zu klein sind.
00:36:40: Das sagten sie auch bereits.
00:36:42: Wie können wir denn in der Kita Kinder hören.
00:36:47: Wie können sie sich beschweren darüber, dass ihre Kinderrechte nicht eingehalten werden?
00:36:52: Welche Möglichkeiten haben wir da?
00:36:55: Zunächst mal ist ja Beteiligung und Beschwerde nicht an einer Altersgrenze gebunden also Sie gilt von spätestens Geburt an bis zum achtzehnten Lebensjahr soweit es eine Kinderreichte betrifft Und natürlich bei jungen Kindern die noch gar nicht so sprechfähig sind.
00:37:09: entweder war sie die Sprache noch nicht beherrschen Oder und das gilt durchaus auch für ältere Kinder, weil sie die Worte nicht finden oder sich eben anders ausdrücken als vielleicht unsere Fachsprache es naheliegt.
00:37:21: Ein Kind würde nichts sagen ich bin sexuell missbraucht worden mit fünf oder mit sieben selbst mit acht oder neun Jahren sagen dass Kinder eigentlicherweise nicht aber Kinder wenn Sie sprechen können berichten uns etwas was aus erwachsener Perspektive möglicherweise auf Gewalt- oder sexuellen Missbrauch hinweisen könnt, über den jungen Kindern die ja noch gar nicht sprachfähig sind.
00:37:42: Sind das tatsächlich eher die körperlichen Signale?
00:37:45: Also die Wesensveränderung beispielsweise.
00:37:48: Die Kinder zeigen ein Kind was recht fröhlich gewesen ist und dann auf einmal ins Gegenteil verkehrt und nicht nur an der Stimmung heraus oder einen Kind was schon die Ausschaltungsautonomie erreicht hat.
00:38:01: und dann wieder eines.
00:38:03: Da sollten wir uns schon Fragen stellen, wobei wir natürlich auch wissen müssen das nicht jedes Verhalten und auch jedes besorgniserregende Verhalten dieselbe Ursache hat.
00:38:12: Es kann sehr unterschiedliche Ursachen geben.
00:38:15: um bei dem Thema sexueller Missbrauch zu bleiben da gibt es eine sehr wenige spezifische Symptome und sehr viele unspezifische Symptome die auch andere Ursachen haben können.
00:38:27: Okay, Sie machen in Ihren Buch einen Gegenüberstellung auf.
00:38:32: Bedürfnisorientierte Ansatz gegenüber dem rechtebasierten Ansatz und vielleicht können sie erstmal... Ne genau!
00:38:40: Erst mal einen Schritt zurück.
00:38:41: Vielleicht können Sie erst einmal erläutern was ist denn der rechte basierte Ansat für die Kita?
00:38:47: Der Kinderrechtsansatz
00:38:49: Also ein Recht.
00:38:50: Ein rechtebasierter Ansatz in der Arbeit mit Kindern, auch nicht nur in der Kita sondern in allen Bereichen wo es um Kinder geht bedeutet sämtliches Handeln also die Planung von Projekten beispielsweise aber die Konzeptgestaltung.
00:39:05: Die Altersgestaltung mit den Kindern die Zusammenarbeit mit den Eltern Beschwerdemöglichkeiten Kinderschutzfragen und so weiter an den Rechten der Kinder zu orientieren das ist ein Ansatz mit Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonventionen, die sich weltweit an Fahrt aufgenommen hat.
00:39:24: Sehr interessant ist übrigens UNICEF in diesem Zusammenhang.
00:39:26: UNICEf war bis zu dem Jahr neunundachtzig keine Kinderrechtsorganisation.
00:39:31: Es war eher eine Organisation, die es sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert hat.
00:39:36: Eine Wohltätigkeitsorganisation heute heißt das ja offiziell immer noch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen also Wohlfahrtsorganisation.
00:39:46: Aber und das hat die Wände dann eingeläutet.
00:39:48: Seit neunundachtzig versteht sich UNICEF ganz klar als Kinderrechtsbasierte Organisation, nicht nur UNICEf alle großen internationalen Organisations-Safety-Children World Vision Plan International
00:40:01: usw.,
00:40:02: Kinderreichtsbasiert.
00:40:03: und auch in Deutschland übrigens gab es diese Veränderung der Deutsche Kinderschutzbund, das deutsche Kinderhilfswerk Die Liga für Das Kind wo ich ja sehr aktiv bin aber auch die Wohlfahrtsorganisation, die Caritas.
00:40:15: Die Diakonie, die AWO das rote Kreuz, die auch große Kita-Träger sind wenn es um Kinder geht haben sich alle auf den Weg gemacht sich kinderrechtsbasiert aufzustellen.
00:40:25: Das heißt in Ergänzung zu dem bedürfnisorientierten Ansatz eine Weiterentwicklung eben einen rechte basierten ansatz zu fahren.
00:40:34: Genau, also das heißt Sie nennen es eine Weiterentwicklung und machen da so einen Vergleich zwischen bedürfnisorientierten Ansatz- und rechtebasiertem Ansatz.
00:40:43: Können sie das ein bisschen uns darlegen diesen Vergleich?
00:40:47: Was meint der bedürfenes orientierte Ansatz und was meint die Rechtebasierte?
00:40:52: und was ist da vielleicht auch die Weiterentwirkung oder der Unterschiede?
00:40:55: Vielleicht zwei Punkte, die ich nennen möchte.
00:40:58: zum Einen Beim bedürfnisorientierten Ansatz geht es ja stark auch um subjektive Einschätzung, Bedürfnisse.
00:41:06: Während Rechte sind objektive Ansprüche die wir Kindern schulden.
00:41:11: das ist ein sehr wichtiger Unterschied also die Anspruchung die auf die Kinder einen Recht haben wenn's um ihre Rechte geht.
00:41:19: und ein zweiter Punkt bei den Bedürfenissen wird sehr oft hierarchisiert.
00:41:23: Wir sprechen zum Beispiel von Grundbedürfnissen oder diese Bedürfnispyramide von Maslow, die ja sehr berühmt ist.
00:41:29: Wo wir von Basisbedürfinissen und Bedürffnissen mittlerer Bedeutung und dann auch ganz oben an der Spitze dann geistige Bedürfenisse usw.
00:41:37: sehen.
00:41:38: Das heißt es gibt Hierarchisierungen während ein rechter basierter Ansatz Gleichwertigkeit sämtlicher Rechte ausgeht, einer Unteilbarkeit der Rechte.
00:41:49: Zum Beispiel sind Schutzrechte nicht wichtiger als Beteiligungsrechte, sondern sie gehören untrennbar zusammen und das finde ich eine große Starke des rechtebasierten Ansatzes.
00:41:59: Und natürlich vor allem würde ich sagen, dass ein bedürfnisorientierter Ansatz doch das Handeln letztlich in das Belieben der Eltern, der Staaten, der Gesellschaft stellt während ein Recht Basierter Ansatz mit Verpflichtung verbunden ist.
00:42:15: Also der Verpflichtungsgrad ist deutlich höher, letztlich geht es um Einklagbarkeit und nicht nur sind wir gut oder schlecht gegenüber Kindern.
00:42:24: Was also welche Stärke ich beim bedürfnisorientierten Ansatz sehe?
00:42:27: Ist natürlich dass man sozusagen insgesamt in der konkreten Situation vielleicht handlungsfähiger ist von dem, was kann ich jetzt sagen?
00:42:38: Was kann ich tun?
00:42:39: Wie kann ich die Gefühle wahrnehmen.
00:42:44: Es gibt ja auch andere Konzepte eben die
00:42:46: psychische
00:42:47: Bedürfnisse weiter in den Vordergrund stellen und nicht wie bei Maaslo zum Beispiel in der Pyramide dass ich da sehr genau oder besser reflektieren kann, wie kann ich jetzt konkret handeln in der Situation?
00:43:02: Und gleichzeitig sind die Rechte im Hintergrund total wichtig.
00:43:08: Ich sehe da für mich beide Ebenen, die total wichtig sind zusammenzubringen, dass sozusagen die Rechten ganz klar im Vordergrund stehen müssen.
00:43:18: Also was erwartbar ist, was Kinder, das sie eben beteiligt werden müssen und geschützt werden müssen Und gleichzeitig braucht es natürlich auch Ansätze, die Handlungen sehr konkret machen.
00:43:31: dann in dem Moment.
00:43:32: Weil ich erlebe schon viele Fachkräfte, die dann in bestimmten Situationen nicht genau wissen was soll ich jetzt genau machen?
00:43:40: Ich erinnere mich an unseren Fachtag wo es um das Steinewerfen ging.
00:43:44: Was mache ich jetzt wenn das Kind ... Den Stein wirft?
00:43:48: und gerade im Begriff, es wieder den Stein zu werfen darf ich jetzt das Kind festhalten oder nicht.
00:43:53: Und was mache ich genau?
00:43:55: Was sage ich dann
00:43:56: usw.?
00:43:58: Also damit ich jetzt nicht missverstanden werde natürlich haben Kinder Bedürfnisse Das ist ja klar.
00:44:03: auch meine Definition von Kindeswohl schließt auch an die bedürfnis aber eben auch in die Rechte von Kindern an.
00:44:10: Wo ich widersprechen würde, ist die Frage das ob Kinderrechte zu wenig konkret sind.
00:44:16: Das glaube ich nicht.
00:44:17: dann müssen sie mal richtig verstanden werden und im wirklichen Leben geht es ja meistens auch um eine Kombination unterschiedlicher Recht.
00:44:25: also nehmen wir das Steinewerfen dass sehr konkret dann vor Augen zu haben was hier ein rechtebasierter Ansatz fordern würde.
00:44:34: Da würde ich schon sagen, dass es um sehr konkretes Handeln auch geht und ich da keinen Widerspruch sehe.
00:44:40: Vielleicht noch ein kritischer Anmerken zum Bedürfnisorientierten Ansatz?
00:44:44: Ich glaube eine Gefahr liegt auch darin den Willen eines Kindes nicht mehr ausreichend ernst zu nehmen sondern doch heute häufig will Argumentation hören das Kind will jetzt zwar dieses oder jenes oder schreit es möchte dieses oder Jenes aber eigentlich hat es einen anderes Bedürfen.
00:45:02: Das finde ich auch problematisch, weil es nimmt den Willen des Kindes nämlich nicht mehr so richtig ernst.
00:45:07: Da mag zwar inhaltlich durchaus manchmal was dran sein, dass dann natürlich mit diesem Willen Bedürfnisse verbunden sind, das Kind vielleicht gar nicht äußert oder nicht äussern kann in dieser Situation.
00:45:18: aber ich sehe die Gefahr, dass erwachsene Kinder vereinnahmen wenn sie dem Willen gewissermaßen uminterpretieren.
00:45:25: Diese Gefahr sehe ich beim bedürfnisorientierten Ansatz
00:45:29: Das sehe ich auch, diese Gefahr von der Unterscheidung zwischen Wünschen und Bedürfnissen.
00:45:34: Und wenn ich jetzt sage es ist ein Wunsch dann muss sich diesem Wunsch nicht mehr nachkommen so ungefähr.
00:45:39: Dann greift natürlich zum Beispiel die Kinderrechte auf.
00:45:43: Beteiligung.
00:45:44: Ja sehr spannend!
00:45:48: Ich freue mich total dass Sie hier waren Herr Maywald und uns mitgenommen haben in die Welt der Kinderrechten.
00:45:54: Und das Kinderschutz ist ja auch wie man merkt das hängt ja immer zusammen Und danke Ihnen sehr, dass Sie da waren.
00:46:02: Ja vielen Dank nochmal für die Einladung und natürlich viel Erfolg Ihrem Podcast!
00:46:07: Danke schön, machen Sie es gut!
00:46:12: Vielen Dank Herr Maywald.
00:46:13: das war die Folge zum Thema Kinderrechte und Kinderrechtsbasierte Pädagogik und freue mich sehr über den Austausch, den wir hatten über die Grundlagen der Kinderrechten und das soll erstmal die Basis bilden für die Folge, die als nächstes kommt wo wir noch mal mehr in die Anwendungen gehen.
00:46:31: Und ich fand auch noch mal den Vergleich interessant zwischen bedürfnisorientierter Pädagoik, für die ich ja viel unterwegs bin und der Kinderrechtsbasierten ansatzes.
00:46:42: Für mich wurde wieder deutlich wie sehr gut das zusammengeht.
00:46:46: Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, was die Rechte des Kindes sind.
00:46:53: Wo können wir nicht sagen, dass es ein Wunsch ist?
00:46:57: Deswegen können wir den ausschlagen.
00:46:58: Das funktioniert natürlich nicht.
00:47:00: Kinderrechtsbasiert sollten und müssen wir immer arbeiten.
00:47:04: Die bedürfnisorientierte Pädagogik hilft dabei.
00:47:08: genau zu wissen, was kann ich dann in welchem Moment genau sagen?
00:47:12: Wie kann ich mich genau reflektieren und wie ist die Beziehung in dem Moment gestaltbar natürlich immer auf der Grundlage der Kinderrechte.
00:47:23: Ich hoffe ihr konntet sehr viel für euch mitnehmen, für euren Alltag, für eure Praxis und danke fürs Zuhören!
00:47:30: Alle Informationen binden sich auf jeden Fall in den Shownotes, den Kontakt zur Herr Maywald Veranstaltungen, die zu Beginn genannt wurden.
00:47:40: Zur Fortbildung mit Andrea Torres dem aufgezeichneten Vortrag von Dr.
00:47:44: Andrea Torres und natürlich auch noch mal zu unserem großen Online-Kurs zur bedürfnisorientierten Pädagogik!
00:47:50: Vielen Dank dass ihr dabei wart und ich wünsche euch noch einen schönen Tag.
00:47:55: macht's gut tschüss!
00:48:05: sich selbstbewusste Kinder und Fachkräfte.
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